{"id":2070,"date":"2021-10-07T11:22:59","date_gmt":"2021-10-07T11:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/rat-blog.at\/?p=2070"},"modified":"2023-07-06T09:51:45","modified_gmt":"2023-07-06T09:51:45","slug":"die-erde-anvertrautes-gut-in-sicheren-handen-klimaschutz-und-umweltbewusstsein-in-muslimischen-lebensrealitaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/die-erde-anvertrautes-gut-in-sicheren-handen-klimaschutz-und-umweltbewusstsein-in-muslimischen-lebensrealitaten.htm","title":{"rendered":"Die Erde \u2013 anvertrautes Gut in sicheren H\u00e4nden? Klimaschutz und Umweltbewusstsein in muslimischen Lebensrealit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIslam und Umweltschutz? \u00dcber diese Kombination habe ich mir noch nie Gedanken gemacht!\u201c Eine h\u00e4ufige Reaktion aus der Zuh\u00f6rerschaft, wenn von muslimischem \u00d6ko-Aktivismus die Rede ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Muslim*innen sind in den vergangenen Jahren an vielen Orten zu Klimasch\u00fctzer*innen geworden, oft mit dem Ziel, die eigene Community zu sensibilisieren. Ihre Umweltarbeit in Europa ist vielf\u00e4ltig. Privatpersonen, die ihren Lebensstil \u00e4ndern und Freunden davon erz\u00e4hlen, um sie zum Umdenken zu motivieren; Religionsp\u00e4dagog*innen, die das Thema Sch\u00f6pfungsverantwortung in ihrem Unterricht explizit aufgreifen; NGOs, die Umweltthemen in Verbindung mit islamischen Grundlagen bringen; Jugendorganisationen, die Bildungsarbeit durch Sommerkurse und Ausfl\u00fcge in die Natur leisten; Moscheegemeinden, die \u00f6kologische Ma\u00dfnahmen einf\u00fchren und religi\u00f6sen Input zu Umweltschutz anbieten. Innermuslimische Diskurse entstehen oft aus der eigenen Religiosit\u00e4t und besch\u00e4ftigen sich mit der Frage, wie der Islam zu Umweltbewusstsein steht. Gerade NGOs wie IFEES (GB) oder Hima e.V. (D), die muslimische Communities als Zielgruppe haben, sind bestrebt, zu zeigen, wie Nachhaltigkeit im Islam verankert ist und dass der Glaube durch gute Taten unterstrichen wird. Hierf\u00fcr werden die religi\u00f6sen Grundlagen, Koran und <em>Hadithe<\/em> (arab. prophetische Ausspr\u00fcche), als Beweis daf\u00fcr herangezogen, dass Muslim*innen nachhaltig leben m\u00fcssen (vgl. Kowanda-Yassin, 2021 &amp; 2018, Khalid, 2010).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die sozialen Netzwerke sind dabei ein wichtiges Instrument, um Wissen zu verbreiten. Fotos von Kr\u00e4utern am Balkon, handgemachte Kleidung, Tipps f\u00fcr einen nachhaltigen Lebensstil oder Hinweise auf Petitionen werden flei\u00dfig gepostet. Nicht immer wird dabei eine inhaltliche Verbindung zwischen Religion und Klimaschutz hergestellt. Oft, so scheint es, gen\u00fcgt es, wenn die eigene muslimische Identit\u00e4t durch den Namen, religi\u00f6se Formulierungen wie <em>In sha Allah<\/em> (arab. \u201eSo Gott will\u201c) oder das Aussehen erkennbar ist, und so ein muslimisches \u00d6ko-Role-Model kreiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Ver\u00e4nderung globaler Themen \u2013 weg von der allgemeinen Frage des <em>Umweltschutzes <\/em>hin zu Eind\u00e4mmung von Katastrophen durch Klimawandel \u2013 &nbsp;haben sich auch religi\u00f6se \u00d6ko-Diskurse in muslimischen Kreisen konkretisiert. Wurde vor zwanzig Jahre haupts\u00e4chlich noch die Frage diskutiert, ob und in welcher Form Achtsamkeit mit der Natur Teil islamischer Theorie und Praxis ist, wird heute \u00fcber Upcycling und Veganismus<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> gesprochen. Wobei letzteres durchaus kontrovers diskutiert wird, denn Fleischkonsum ist eng verbunden mit religi\u00f6sen Ritualen wie etwa dem Schlachten zum Opferfest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies bedeutet jedoch nicht, dass die theoretische Frage in Bezug auf islamische Sch\u00f6pfungsverantwortung heute aus dem Fokus geraten ist, ganz im Gegenteil. Das Interesse ist ungebrochen, die eigene Religion zu erforschen, wie als bewusste Muslimin\/als bewusster Muslim mit der Natur umgegangen werden muss \u2013 dies zeigt sich durch viele kleine und gro\u00dfe Veranstaltungen, die Sch\u00f6pfungsverantwortung als zentrales Thema haben. Islamwissenschaftler*innen skizzieren das Bild eines mit der Natur achtsamen Islams und betonen \u00f6kologisch verantwortungsvolle religi\u00f6se Aspekte (vgl. Koehrsen, 2021, Kowanda-Yassin, 2021). Diese Vorgehensweise hat durchaus ihre Berechtigung, zielt sie doch darauf ab, den Menschen die Bedeutung von Umweltschutz ins Bewusstsein zu rufen und sie zu \u00f6kologischer Handlungsweise zu motivieren. Diese Suche nach Antworten in religi\u00f6sen Quellen wird jedoch auch kritisch gesehen. Von manchen Forschenden wird die Frage aufgeworfen, ob hier nicht selektiv nach Versen im Koran gesucht wird und ein k\u00fcnstlicher Bezug zur Umwelt hergestellt wird, und dadurch <em>westlich postkoloniale<\/em> Bestreben sowie fremde Interessen unterst\u00fctzt werden (vgl. Gade, 2019, Hancock, 2018).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist all dies ein Beweis daf\u00fcr, dass Muslim*innen insgesamt in j\u00fcngster Zeit \u00f6kologisch bewusster leben? Um die 1,6 Milliarden Menschen weltweit sehen sich dem Islam zugeh\u00f6rig<a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>, sie unterscheiden sich in ihrer kulturellen und religi\u00f6sen Pr\u00e4gung stark voneinander. Eine globale Einsch\u00e4tzung kann daher naturgem\u00e4\u00df nur sehr eingeschr\u00e4nkt vorgenommen werden. Forschungskenntnisse \u00fcber die Entwicklung muslimischen Umweltbewusstseins gibt es, verglichen mit Studien \u00fcber christliche Menschen, wenige. Besonders in den vergangenen Jahren ist hier jedoch ein Anstieg zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Empirische Studien, die sich im globalen Kontext mit dem Wissen von Muslim*innen \u00fcber Klimawandel und seine Ursachen besch\u00e4ftigen, machen gro\u00dfe Unterschiede in den L\u00e4ndern erkennbar. Wie intensiv geforscht wird, unterscheidet sich je nach Land stark, im Nahen Osten weniger, daf\u00fcr umso mehr in Indonesien und Gro\u00dfbritannien (vgl. Koehrsen, 2021 &amp; Skirbekk\/Peziwiatr, 2021).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Studien im L\u00e4ndervergleich Indonesien und Gro\u00dfbritannien zeigen die unterschiedlichen Potenziale und Herausforderungen: In Indonesien geht der Aktivismus von gro\u00dfen Organisationen aus, mit \u00f6ffentlichen Statements und religi\u00f6sen <em>Fatwas<\/em> (Rechtsgutachten eines muslimischen Rechtsgelehrten, Anm.), sowie Kampagnen f\u00fcr Stromsparen und Aufforstungen. Dadurch wird eine gro\u00dfe Bandbreite an Menschen erreicht. Ein Problem hingegen ist das niedrige Bildungsniveau. Ebenso gestaltet es sich schwierig, kleinere Organisationen zu erreichen und die Dringlichkeit von Klimaschutz zu kommunizieren. In Gro\u00dfbritannien hingegen gehen Initiativen von der Zivilgesellschaft aus, sie haben ihr Potenzial auf der Individualebene, leisten Bewusstseinsarbeit und Lebensstilsensibilisierung. An der Umsetzung ihrer Ziele wird mittels Newsletter, Workshops und Demonstrationen gearbeitet. Fehlende Unterst\u00fctzung und mangelnde Akzeptanz in der eigenen Community sind hier die Herausforderungen und es ist nicht immer einfach, Aktivit\u00e4ten am Leben zu erhalten, da sie auf der Initiative einiger weniger Privatpersonen aufbauen und auf Spenden angewiesen sind (vgl. Koehrsen, 2021).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in kleineren Fallstudien wurden Muslim*innen zum Klimawandel und seinen Ursachen befragt. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen des Klimas wurden vorwiegend drei Ursachen genannt: Der Umgang des Menschen mit der Natur; Klimawandel als Strafe Gottes f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen und Klimawandel als eine Erfindung des <em>Westens, <\/em>um die islamische Welt zu unterdr\u00fccken, &#8211; diese Haltung ist vor allem bei <em>islamistisch<\/em> gelesenen Interviewpartner*innen zu finden. Unter den L\u00f6sungsstrategien k\u00f6nnen drei Schwerpunkte ausgemacht werden: a) \u00f6ffentliche Kampagnen, b) technologische Ma\u00dfnahmen um CO2 zu reduzieren sowie c) das Verbreiten von umweltsch\u00fctzenden Werten und Ansichten in Unterrichten und bei religi\u00f6sen Veranstaltungen (vgl. Koehrsen, 2021&amp; 2018).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die empirischen Daten, die in den wenigen globalen quantitativen Studien erhoben wurden, belegen, dass es unter Muslim*innen ein Bewusstsein daf\u00fcr gibt, dass der Klimawandel die Erde bedroht. Es ist ganz aufschlussreich, sich hier ein paar Ergebnisse n\u00e4her anzusehen.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Klimawandel wird von der H\u00e4lfte der Befragten als ein sehr ernstes Problem gesehen und sie machen sich deswegen Sorgen. Artensterben, Verlust der Biodiversit\u00e4t und Verschmutzung von Gew\u00e4ssern werden als ernste globale Probleme benannt, wobei die Sauberkeit von Gew\u00e4ssern besonders wichtig erscheint. So geben einige der befragten Muslim*innen an, bereits etwas gegen Klimawandel unternommen zu haben. Politische Entscheidungen, die den Klimawandel bek\u00e4mpfen und daher eine h\u00f6here Besteuerung mit sich bringen, werden oft gutgehei\u00dfen. Wenn jedoch die Wahl zwischen Umweltschutz oder Wirtschaftswachstum getroffen werden soll, so stimmt nur in jedem f\u00fcnften Land die Mehrzahl der Befragten f\u00fcr Umweltschutz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Imame, P\u00e4dagog*innen und Ehrenamtliche sind als Multiplikator*innen besonders interessant. Daher wurden diese Personengruppen, die zwischen 10 und 10.000 Personen erreichen und in unterschiedlichen L\u00e4ndern aktiv sind, in einer anderen Studie gesondert befragt. Die H\u00e4lfte von ihnen gibt an, viel \u00fcber Klimawandel nachzudenken, etwas mehr als die H\u00e4lfte sagt, dass Klimawandel und Umweltschutz (Achtsamer Umgang mit Ressourcen, Verschmutzung von Wasser und Luft) in der Kommunikation mit der eigenen Gemeinde angesprochen wird. Klimawandel sollte bei politischen Entscheidungen den Vorrang haben, finden drei Viertel der befragten Multiplikator*innen, auch wenn dies h\u00f6here Steuern oder den Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen bedeuten w\u00fcrde. Hier f\u00e4llt die Diskrepanz auf, dass im Mainstream, laut der oben angesprochenen Studien, Wirtschaftswachstum wichtiger als Umweltschutz ist. Das mag unter anderem daran liegen, dass Multiplikator*innen sich in einer Vorbildrolle \u2013 auch beim Klimaschutz \u2013 sehen, Muslim*innen insgesamt jedoch sich oft um ihre finanzielle Sicherheit sorgen. Besonders viel Zustimmung gibt es zu der Aussage, dass religi\u00f6s Verantwortliche sich mehr bei Aktionen f\u00fcr Klimaschutz einbringen sollten und die Meinung wird vertreten, dass jeder Mensch Verantwortung f\u00fcr Klimaschutz trage. Ebenso werden internationale Konzerne und \u00f6lf\u00f6rdernde L\u00e4nder in der Pflicht gesehen. Viele sind bereit, sich im pers\u00f6nlichen Bereich um ein \u00f6kologisches Verhalten bei Konsum und Verbrauch (Wasser und Strom) zu bem\u00fchen und dieses in ihrer Gemeinde zu bewerben. (Skirbekk\/Peziwiatr, 2021).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">III.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <em>Interdisziplin\u00e4re Forschungsstelle Islam und Muslim*innen in Europa<\/em> (IFIME)<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> interessieren vor allem europ\u00e4ische Muslim*innen und ihre Einstellungen<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Auch in Europa wurden in den vergangenen Jahren ein paar qualitative Studien durchgef\u00fchrt, sie zeigen, dass ein Bewusstsein f\u00fcr einen achtsamen Umgang mit der Natur vorhanden ist. Proband*innen dr\u00fccken in den Interviews ein tiefes Verantwortungsgef\u00fchl f\u00fcr die Sch\u00f6pfung aus, die Bereitschaft tats\u00e4chlich aktiv zu sein wird jedoch oft dadurch gehemmt, dass die Frage nach Zugeh\u00f6rigkeit und Identit\u00e4t f\u00fcr viele Befragten einen gro\u00dfen Anteil ihrer Aufmerksamkeit beansprucht (H\u00e4rm\u00e4l\u00e4, 2019; Bryant\/Gilliat-Ray, 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessante Ergebnisse lieferte eine regionale Studie, die 2020 von IFIME an einer Wiener Moschee mit qualitativen und quantitativen Methoden durchgef\u00fchrt wurde. Die Interviews mit dem Moscheepersonal sowie die Umfrage unter Besucher*innen zeigten, dass Umweltschutz als Teil einer verantwortungsvollen Religionspraxis gesehen wird. Das Personal der Moschee ist bem\u00fcht, Wissen und Bewusstsein zu f\u00f6rdern, daher gibt es seit einigen Jahren den Umwelttag mit Schwerpunktthemen und Infoveranstaltungen. Diese Angebote sto\u00dfen auf gro\u00dfes Interesses seitens der Besucher*innen. Neue Ma\u00dfnahmen, wie ein Recyclingsystem und Wasserh\u00e4hne mit Stoppsystem in den Waschr\u00e4umen, wurden in j\u00fcngster Zeit eingef\u00fchrt. Die Befragten besch\u00e4ftigen sich in erster Linie mit M\u00fclltrennung und einem sparsamen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Strom. In Workshops mit Kindern und Jugendlichen in der Moschee stellte sich heraus, dass die Kids \u00fcber ein gutes Basiswissen zu aktuellen Umweltthemen, im Speziellen zu M\u00fclltrennung, verf\u00fcgen. In Bezug auf eine \u00f6kologische Lebensf\u00fchrung ist jedoch noch viel ungenutztes Potenzial vorhanden. Als Grund f\u00fcr die verhaltenen Bem\u00fchungen im Alltag wurde angef\u00fchrt, dass Umweltschutz in der Familie oft nicht vorgelebt werde, aber auch Bequemlichkeit wurde als Begr\u00fcndung genannt. Ein Junge gab fehlendes Vertrauen in das st\u00e4dtische M\u00fclltrennsystem an: \u201eEs wird ja doch alles dann wieder in einen Container geworfen, sagt mein Vater.\u201c (Kowanda-Yassin, 2020b)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zentrale Orte f\u00fcr Umweltbildung sind Moscheen auch auf globaler Ebene, sie sind f\u00fcr viele Gl\u00e4ubige ein fester Bestandteil ihres religi\u00f6sen Lebens, hier wird gebetet und soziale Kontakte werden gepflegt. Umweltthemen werden daher vermehrt in Freitagspredigten integriert und Imame weitergebildet. Um die Moschee zu \u201ebegr\u00fcnen\u201c werden auch bauliche Ma\u00dfnahmen getroffen. Beispielsweise in Indonesien, dem bev\u00f6lkerungsreichsten muslimischen Land, wird in Moscheen Wasser recycelt und in Marokko sowie Saudi-Arabien werden Photovoltaikanlagen auf Moscheed\u00e4chern installiert (Kowanda-Yassin, 2020a). In Gro\u00dfbritannien wurde die erste \u00d6ko-Moschee in Europa gebaut, mit Deckenfenstern f\u00fcr Tageslicht und speziellen Heizpumpen<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">IV.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Studienergebnisse zeigen also, dass viel in Entwicklung ist und umfassendes Potenzial vorhanden ist. Wenn muslimischen Menschen bewusst gemacht werden kann, dass die Sch\u00f6pfung an sich sch\u00fctzenswert ist, f\u00fchlen sie sich verantwortlich f\u00fcr sie. Der Glaube beeinflusst Handlungen und Einstellungen, religi\u00f6se Menschen sind oft sehr gut \u00fcber ihren Glauben erreichbar. Die Vorstellung einer <em>Amanah<\/em>, (arab. \u201eDas anvertraute Gut\u201c) ist ein Beispiel, das Muslim*innen anspricht. Sie ist begr\u00fcndet in der prophetischen \u00dcberlieferung \u201eDie Erde ist eine <em>Amanah\u201c<\/em>, die im Umweltkontext dahingehend interpretiert wird, dass die Erde achtsam behandelt werden muss, um f\u00fcr nachfolgende Generationen bewahrt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spannend bleibt, inwiefern das besagte religi\u00f6se Potenzial genutzt wird und dadurch Menschen ihren Lebensstil, je nach Kontext und M\u00f6glichkeiten, an neue Erfordernisse anpassen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/deutsche-islam-akademie.de\/2021\/03\/muslimisch-vegan-tierethik-im-islam\/\">https:\/\/deutsche-islam-akademie.de\/2021\/03\/muslimisch-vegan-tierethik-im-islam\/<\/a> (abgerufen am 25.08.2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.pewforum.org\/2015\/04\/02\/religious-projections-2010-2050\/\">https:\/\/www.pewforum.org\/2015\/04\/02\/religious-projections-2010-2050\/<\/a> (abgerufen am 25.08.2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Der Bericht von Skirbekk\/Peziwiatr (2021) beruft sich auf Daten des <em>World Values Survey (WVS), Pew Research Center&#8217;s Global Attitudes Survey <\/em>und <em>European Bank for Reconstruction and Development&#8217;s Living in Transition Survey (LiT) <\/em>sowie <em>Afrobarometer Survey.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> IFIME ist eine Einrichtung an der Sigmund Freud PrivatUniversit\u00e4t Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Hierzu wurde 2019 eine internationale Tagung von IFIME organisiert, die Beitr\u00e4ge werden in einem Journal publiziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn6\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> <a href=\"https:\/\/cambridgecentralmosque.org\/\">https:\/\/cambridgecentralmosque.org\/<\/a> (abgerufen am 30.08.2021). \u201eDie Gr\u00fcne Moschee\u201c war 2020 das Thema einer zweit\u00e4tigen Veranstaltung an der Sigmund Freud PrivatUniversit\u00e4t Wien, die Beitr\u00e4ge werden in dem IFIME \u2013 Journal, Ausgabe 2 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellenangaben<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bryant, Mark\/ Gilliat-Ray, Sophie (2013): Are British Muslims \u201egreen\u201c? An Overview of Environmental Activism among Muslims in Britain. In: Journal for the Study of Religion, Na-ture and Culture 5 (3), S. 284\u2013306.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gade, Anne M. (2019). Muslim environmentalisms: Religious and social foundations. Columbia University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00e4rm\u00e4l\u00e4, Inga (2019): #CILE2019 Transformative Islamic Ecology: A Study of Islamic Ecology in Action. Forschungsbericht. <a href=\"https:\/\/www.cilecenter.org\/resources\/articles-essays\/cile2019-transformative-islamic-ecology-study-islamic-ecology-action-part\">https:\/\/www.cilecenter.org\/resources\/articles-essays\/cile2019-transformative-islamic-ecology-study-islamic-ecology-action-part<\/a>&nbsp; (07.9.2021).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hancock, Rosemary (2018). Islamic Environmentalism: Activism in the United States and Great Britain. Routledge Advances in Sociology: Routledge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Khalid, Fazlun (2010). Islam and the environment\u2014Ethics and practice an assessment. Religion Compass, 4 (11), S. 707\u2013716. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1749-8171.2010.00249.x\">https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1749-8171.2010.00249.x<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Koehrsen, Jens (2021): Muslims and climate change: How Islam, Muslim organizations, and religious leaders influence climate change perceptions and mitigation activities. WIREs Clim Change, 2021,12:e702. https:\/\/doi.org\/10.1002\/wcc.702.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Koehrsen, Jens (2018). Religious agency in sustainability transitions: Between experimentation, upscaling, and regime support. Environmental Innovation and Societal Transitions , 27, S. 4\u201315. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.eist.2017.09.003<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kowanda-Yassin, Ursula (2021): Connecting Environmental and Religious Islamic Education: An Outline of how to raise awareness. Perspectives and Best Practice Examples. In: Ehlers Eckard\/ Amirpur Katajun (Hg.) Middle East and North Africa, Climate, Culture, and Conflicts. Leiden\/Boston, Brill, S. 258-289.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kowanda-Yassin, Ursula Fatima (2020a). Klimaschutz in Moscheen. Umweltp\u00e4dagogische und bauliche Entwicklungen. In Kuckuck. Notizen zur Alltagskultur, Journal der Universit\u00e4t Graz, Institut f\u00fcr Kulturanthropologie &amp; Europ\u00e4ische Ethnologie 2\/20, Jg. 35, S. 54 \u2013 59.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kowanda-Yassin, Ursula Fatima (2020b). Projektbericht \u201eDie Gr\u00fcne Moschee\u201c. Der Beitrag von Moscheegemeinden zur Entwicklung nachhaltiger \u00f6kologischer Grundhaltungen. DAVO Nachrichten, Nr. 50, 12\/2020.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kowanda-Yassin, Ursula (2018). \u00d6ko-Dschihad. Der gr\u00fcne Islam. Beginn einer globalen Umweltbewegung. Residenzverlag<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Skirbekk, Vegard &amp; Pedziwiatr, Konrad (2018). Sustainability and climate change in major religions with a focus on Islam. 10.13140\/RG.2.2.24646.11840.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildquelle: Pixabay<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>RaT-Blog Nr. 28\/2021<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie steht es um die Haltung und das Engagement von Musliminnen und Muslimen im Umweltschutz? Ursula Fatima Kowanda-Yassin pr\u00e4sentiert uns einen Einblick in die Forschung zu einem brandaktuellen Thema.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2074,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[138,167,149],"tags":[29,204,203,50,114],"ppma_author":[308],"class_list":["post-2070","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-islam","category-oekologie","category-transformation","tag-empirische-religionsforschung","tag-gemeinschaft-und-sozialer-zusammenhalt","tag-gesellschaft","tag-islam","tag-umwelt-und-klimaschutz","eq-blocks"],"authors":[{"term_id":308,"user_id":0,"is_guest":1,"slug":"ursula-fatima-kowanda-yassin","display_name":"Ursula Fatima Kowanda-Yassin","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=mm&r=g","author_category":"","user_url":"https:\/\/www.sfu.ac.at\/de\/ueber-sfu\/forschungsstelle-ifime\/","last_name":"Kowanda-Yassin","first_name":"Ursula Fatima","job_title":"","description":"Ursula Fatima Kowanda-Yassin forscht an der Interdisziplin\u00e4ren Forschungsstelle Islam und Muslim*innen in Europa (IFIME) der Sigmund Freud PrivatUniversit\u00e4t zu muslimischen Lebenswelten und \u00d6ko-Aktivismus."}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2070"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2070\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3261,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2070\/revisions\/3261"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2074"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2070"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=2070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}