{"id":2234,"date":"2021-12-10T14:02:32","date_gmt":"2021-12-10T14:02:32","guid":{"rendered":"https:\/\/rat-blog.at\/?p=2234"},"modified":"2023-07-06T09:52:28","modified_gmt":"2023-07-06T09:52:28","slug":"deobandis-taliban-und-moderner-islam-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/?p=2234","title":{"rendered":"Deobandis, Taliban und moderner Islam. Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Teil 1, der eine Woche vor diesem Beitrag erschienen ist, geht st\u00e4rker auf die historischen Wurzeln der Deobandi-Bewegung ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"deobandi-islam-und-afghanistan\">Deobandi-Islam und Afghanistan<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deobandis in Afghanistan vor den Taliban k\u00f6nnen als einer der Teile der afghanischen Gesellschaft beschrieben werden, bei weitem aber nicht als der einzig bedeutsame. Sie (und auch Absolventen anderer Schulen in Indien) wurden wegen ihrer religi\u00f6sen Bildung respektiert und konnten aufgrund dieser Bildung in den Dienst der Regierung eintreten. Wir k\u00f6nnen von einer Verbindung zum Netzwerk der Schulen des Deobandi-Islam ausgehen, wobei eine Ausbildung f\u00fcr manche kaum als intensiv gelten kann, so dass der theoretische Deobandi-Islam von der Praxis dieser in Deoband studiert habenden Richter zu unterscheiden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im fr\u00fchen 20. Jahrhundert war das Verh\u00e4ltnis der islamischen Gelehrten zur afghanischen Regierung nicht immer frei von Spannungen. Die Regierung versuchte die islamische Lehre und Rechtsprechung zu kontrollieren, wobei au\u00dferhalb Kabuls die Gelehrten hin und wieder als autonome Akteure auftraten, die aber den Willen der Regierung repr\u00e4sentierten. Ohne eine Deobandi-Institution in Afghanistan selber konnten in der o. g. Weise die in Deoband ausgebildeten Gelehrten eine wichtige Rolle in der Aushandlung dessen spielen, was in Afghanistan anerkannter Islam war. Sie unterrichteten auch an der 1903 neu gegr\u00fcndeten ersten h\u00f6heren Lehranstalt in Afghanistan, gaben Kommentare zu Rechtsfragen ab und publizierten Stellungnahmen. Diese Bezugnahme auf den Islam der Deobandi-Pr\u00e4gung l\u00e4sst sich bis in das 19. Jahrhundert verfolgen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>&#8222;Die Entwicklung eines eigenst\u00e4ndigen afghanischen Rechts ohne ausl\u00e4ndische Einfl\u00fcsse kann als bemerkenswert \u2013 und bemerkenswert ignoriert \u2013 gelten.&#8220;<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einzuordnen sind diese in Deoband ausgebildeten Gelehrten in den weiteren Zusammenhang der Reformbestrebungen von Amanullah Khan (gest. 1960), von 1919 bis 1929 Emir bzw. K\u00f6nig von Afghanistan, f\u00fcr die auch die Positionierung gegen die britische Kolonialmacht wichtig war. Die Entwicklung eines eigenst\u00e4ndigen afghanischen Rechts ohne ausl\u00e4ndische Einfl\u00fcsse kann als bemerkenswert \u2013 und bemerkenswert ignoriert \u2013 gelten. In Deoband ausgebildete Gelehrte waren an der Kommission zum Entwurf der ersten afghanischen Verfassung beteiligt (Ahmed 2017: 210). In der Auseinandersetzung um weitere Gesetze, die unter kemalistisch-t\u00fcrkischem Einfluss<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> besonders Frauen, Familien- und Eherecht betrafen, konnten sich aber sozial konservative Deobandi-Gelehrte durchsetzen. In diesem Zusammenhang ist auch zu sehen, dass Amanullah es verbot, in Deoband zu studieren (Ahmed 2017: 248). Sp\u00e4ter in seiner Regierungszeit musste Amanullah weitere Reformen widerrufen, und es setzten sich erneut die konservativen Deobandi-Gelehrten durch (Ahmed 2017: 253-254). Amanullahs Reformvorhaben k\u00f6nnen als Muster f\u00fcr die Umsetzung hanafitischen Denkens in einem modernen Staat verstanden werden (O\u2018Sullivan 2021: 262).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Amanullah wurde in der Verfassung von 1931 der Vorrang des hanafitischen Rechts und der Scharia und zugleich die staatliche Kontrolle \u00fcber die Formulierung des Rechts verst\u00e4rkt. Von 1929 bis 1960 wurde eine ganze Reihe von h\u00f6heren Schulen zur Ausbildung im hanafitischen Recht gegr\u00fcndet. Unter Zahir Shah (regierte 1933-1973) nahm der Einfluss der in Indien ausgebildeten Gelehrten ab, aber die auf religi\u00f6sem basierenden Netzwerke entwickelten sich unabh\u00e4ngig vom Staat weiter (Haroon 2012: 51). Verbindungen von Pakistan nach Afghanistan bestanden weiter, auch die afghanische Erfahrung unter britischer Kolonialherrschaft wurde besonders unter dem Aspekt des milit\u00e4rischen<em> jihad <\/em>immer wieder rezipiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"weitere-entwicklungen-in-afghanistan\">Weitere Entwicklungen in Afghanistan<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr eine angemessene Darstellung der weiteren Entwicklung der Rolle von Gelehrten mit einer auch nur mittelbaren Verbindung mit der Deobandi-Str\u00f6mung fehlen die Grundlagen. Es finden sich durchaus weitere Reformbestrebungen bis in die Zeit vor dem Sturz der kommunistischen Regierungen, die aber im Zuge der Dominanz des (neo-)orientalistischen Denkens in der Forschung ignoriert wurden. Auf der Ebene der Rhizome des \u201aoffiziellen\u2018 Islam, der alten afghanischen Regierung, k\u00f6nnen wir Beobachtungen durch das Prisma einer Schriftenreihe des Bildungsministeriums (<em>wezarat-e ma\u2018aref<\/em>) unternehmen. Der erste Band der Schulb\u00fccher wurde erst 2019 ver\u00f6ffentlicht und wird in einen hanafitischen Kontext eingeordnet (Wezarat 1398). Sie wurde unter dem Titel \u201eIslamischer Unterricht und Erziehung\u201c (<em>ta\u2018lim-o tarbije-je eslami<\/em>) in der afghanischen Variante der persischen Sprache ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr unsere Betrachtung wird der zw\u00f6lfte Band der Schulb\u00fccher herangezogen, der 2017 publiziert wurde (Wezarat 1396). Es geht in den ersten beiden Teilen um die Betrachtung von islamrechtlich relevanten theologischen Problemen, wie Unglaube (<em>kufr<\/em>) oder Beigesellung (<em>shirk<\/em>)<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, unter Bezugnahme auf den Qur\u2018an bzw. die Hadithe. Dies kann als Parallele zur \u00fcblichen Deobandi-Argumentation gelesen werden, f\u00fcr die beide Bezugspunkte Hauptquellen religi\u00f6sen Denkens sind. Diese Parallele wird noch deutlicher im dritten Kapitel, in dem es um die Rechtsmethodik (<em>usul al-fiqh<\/em>) (s. Lohlker 2011) geht (Wezarat 1396).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Kapitel werden eine Vielzahl von Werken des nicht-modernen islamischen Rechts genannt. Die meisten Werke stammen von hanafitischen Autoren wie al-Bazdawi, al-Jassas, al-Sarakhsi oder \u2018Abdallah ibn Mas\u2018ud Sadr al-Shari\u2018a. In einigen Teilgebieten werden Autoren der schafiitischen Schule genannt, angesichts des Einflusses dieser Richtung in der Rechtsmethodik und der teilweise verwischten Schulgrenzen nicht verwunderlich. Auch der Verweis auf Malik ibn Anas, den Namensgeber der malikitischen Rechtsschule, neben Abu Hanifa, verwundert nicht, bedenken wir, dass zum Beispiel Thanavi (siehe 1. Teil) auch auf malikitische Ans\u00e4tze zur\u00fcckgegriffen hat. Bezeichnend f\u00fcr den hanafitischen Charakter ist auch, dass das f\u00fcr gut befinden einer bestehenden Rechtspraxis (<em>istihsan<\/em>) angef\u00fchrt wird, ein Charakteristikum der hanafitischen Rechtsmethodik (siehe oben), das im Bereich der Streitfragen das zuerst behandelte Thema ist (Wezarat 1396: 114-117).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengefasst l\u00e4sst sich also sagen: Der afghanische Islam der vor-Taliban Regierung zeigt sich also deutlich hanafitisch inspiriert und bewegt sich im von der Deobandi-Tradition abgesteckten Rahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit k\u00f6nnen wir sagen, dass es eine Kontinuit\u00e4t des Deobandi-Denkens in Afghanistan gibt, an die die Taliban ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Zugleich wird dieses Denken aber modifiziert und in der Komplexit\u00e4t auf eine autorit\u00e4re islamische Idee zugeschnitten und reduziert. Diese reduzierte Vorstellung des Islams l\u00e4sst sich auch in der Onlinekommunikation der Taliban finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-taliban-in-der-theorie-und-kommunikation\">Die Taliban in der Theorie und Kommunikation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Taliban haben im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Medieninhalten produziert. Wir wollen zuerst einen Textkorpus betrachten, der sich gut abgrenzen l\u00e4sst. Es handelt sich um die quasi-offizielle arabischsprachige Onlinezeitschrift der Taliban. Andere Publikationen in lokalen Sprachen werden hier nicht herangezogen, da eine ad\u00e4quate Analyse einer empirischen Forschung zur Rezeption der Publikationen bed\u00fcrfte, um wissenschaftlich valide Daten zu erheben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeitschrift <em>al-Sumud<\/em> erscheint monatlich seit 16 Jahren. Die arabischsprachige Publikationsform verweist auf das interessierte Publikum, an das sich die Taliban wenden. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Textes ist die Nr. 188 erschienen.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Neben den letzten Nummern werden im Folgenden einige andere Nummern aus fr\u00fcheren Jahren herangezogen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betrachten wir also zuerst Nr. 188, erschienen einige Wochen nach dem Sturz der alten Regierung in Kabul! Wir finden etliche Zitate aus dem Qur\u2018an, wenige Zitate von Hadithen, aber keines von Deobandi-Gelehrten. Daf\u00fcr gibt es aber eines (S. 29) von \u2018Abdallah \u2018Azzam, dem Hauptpropagandisten des globalen Dschihadismus in seiner afghanischen Phase (Hegghammer 2020). Als wichtiger Hinweis f\u00fcr das uns interessierende Thema kann ein Brief des pakistanischen Deobandi-Gelehrten Muhammad Taqi Uthmani<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> an das \u201eIslamische Emirat in Afghanistan\u201c gewertet werden (S. 27), in dem dieser als eine der drei wichtigsten Aufgaben des Taliban-Emirates die \u201eEinrichtung unabh\u00e4ngiger Komitees\u201c (S. 27) von qualifizierten Gelehrten nennt, die beratend t\u00e4tig sein sollten. Wir d\u00fcrfen annehmen, dass er irgendeine Form von Deobandi-Gelehrten meint.&nbsp; Direkt nach dem Sturz der alten Regierung in Kabul wurde Nr. 187 im August 2021 publiziert. Naturgem\u00e4\u00df zelebrieren die meisten Artikel den Sieg der Taliban. Es gibt kaum Qur\u2018an- oder Hadith-Verweise, die Beziehung der Taliban zur Deobandi-Tradition wird lediglich im Zusammenhang mit religi\u00f6ser Kritik von anderen islamischen Richtungen benannt (S. 12). Die Nummer 185 vom Juni 2021 hat wiederum einen einseitigen Artikel (S. 40) zu einer historischen islamischen Pers\u00f6nlichkeit, die mit der afghanischen Stadt Balkh in Verbindung gebracht wird, mit einigen Hadithen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>&#8222;Zwar finden sich immer wieder in kaum verwunderlicher Weise Qur\u2018an- und Hadithzitate, im eigentlichen Sinne religi\u00f6se oder theologische Diskussionen in der sonstigen Str\u00f6mung der Deobandi sind aber nicht vorhanden.&#8220;<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Greift man auf Nummern aus fr\u00fcheren Jahren zur\u00fcck, ergibt sich ein \u00e4hnliches Bild: In der 138 vom September 2017 finden sich etliche Koran- und Hadithzitate in Artikeln zu religi\u00f6sen Themen. Nr. 30 der Zeitschrift wurde im Dezember 2008 publiziert. Es finden sich in einem Artikel \u00fcber die gro\u00dfe Pilgerfahrt nach Mekka, den Hajj, einige Koran- und Hadithzitate (S. 16-20); daneben finden sich wenige weitere Zitate dieser Art. Die Nr. 9, publiziert 2005, konzentriert sich auf Berichte \u00fcber das Kampfgeschehen. Es gibt einige wenige Koranzitate.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch eine Analyse der Twitter-Nachrichten des Islamischen Emirates Afghanistan im Oktober und September 2021 zeigt ohne Probleme, dass der Deobandi-Islam auf dieser Ebene keine Rolle spielt.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Wenn wir die Literatur mit \u00dcbersetzungen heranziehen, finden wir bspw. im <em>Taliban Reader<\/em> keine starken Indikatoren f\u00fcr eine theologische Diskussion, die auf den Deobandi-Islam verweisen w\u00fcrden (van Linschoten\/K\u00fchn 2018). <em>&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist dieser \u2013 zugegeben: kursorische \u2013 Befund zu beurteilen? Wie ist er im Gegensatz zu dschihadistischen Publikationen zu werten? Zwar finden sich immer wieder in kaum verwunderlicher Weise Qur\u2018an- und Hadithzitate, im eigentlichen Sinne religi\u00f6se oder theologische Diskussionen in der sonstigen Str\u00f6mung der Deobandi sind aber nicht vorhanden. Dabei spielt sicherlich eine Rolle, dass diese Art der Kommunikation in arabischer Sprache sich eher an ein Publikum wendet, das islamisch ist, aber nicht in der Deobandi-Tradition steht. F\u00fcr ein Publikum, bei dem das der Fall ist \u2013 in welchem Umfang auch immer \u2013 werden andere sprachliche Mittel verwendet werden. Der Deobandi-Islam bildet also einen unausgesprochenen Hintergrund, der im Rechtsbereich expliziter wird. Im Gegensatz zur Ebene der Propaganda muss also die Ebene der Jurisprudenz betreten werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"taliban-gerichtspraxis\">Taliban-Gerichtspraxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weithin ignoriert, ist in Afghanistan die Existenz eines im ganzen Land verbreiteten Justizsystems der Taliban bereits vor der Vertreibung der offiziellen Regierung 2021 festzustellen, das sich eben nicht auf blo\u00dfe Willk\u00fcr reduzieren l\u00e4sst. Es wird sogar gem\u00e4\u00df empirischer Interviews in der Forschung formuliert, die Gerichte der Taliban entschieden schnell, seien zug\u00e4nglich, relativ fair und ihre Urteile w\u00fcrden im Kontrollbereich der Taliban auch vollstreckt (Jackson\/Weigand 2020: 7; vgl. Baczko 2021). Nat\u00fcrlich ist damit eingeschlossen, dass auch K\u00f6rperstrafen als Symbol der Islamizit\u00e4t der Taliban-Justiz vollstreckt wurden. Auf dieser praktischen Ebene sind wenig direkte Bezugnahmen auf die gelehrte Deobandi-Tradition zu finden. Dies ist die eine Ebene der Praxis der Taliban, die wir die der angewandten Jurisprudenz nennen k\u00f6nnen. Wie sieht es nun auf der theoretisch-theologischen Ebene aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es findet sich in der Forschungsliteratur eine Randbemerkung \u00fcber Anweisungen zur Anwendung der osmanischen <em>Mecelle<\/em>, einer Kodifizierung des hanafitischen Rechts in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts im Osmanischen Reich (Ayoub 2016b), durch die Taliban-Gerichte (Jackson\/Weigand 2020: 5). Von Richtern und anderen bei den Gerichten der Taliban t\u00e4tigen Personen wird gesagt, dass sich die Taliban in der Deobandi-Tradition sehen, auch die direkt mit den Taliban verkn\u00fcpften theologischen Ans\u00e4tze werden als mit dem Dar al-\u2018ulum in Deoband verbunden beschrieben (Baczko 2021: 210). Es werden eine ganze Reihe von Rechtshandb\u00fcchern der hanafitischen Rechtsschule genannt, dazu Fatwasammlungen und Hadithwerke aus der sunnitischen Tradition (Baczko 2021: 214-2015).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beziehen wir ein, dass ein direkter Nachweis der Einbeziehung solcher hanafitischer Rechtswerke schwer zu f\u00fchren ist, d\u00fcrfte diese Nennung von Titeln blo\u00df deklaratorisch und kein Ausdruck der unver\u00e4nderten Fortschreibung des Curriculums des Dar al-\u2018ulum seit dem 19 Jahrhundert sein.<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a> F\u00fcr die Wandlungen des hanafitischen Rechts gibt es gen\u00fcgend Hinweise und eine solche Wandlung reiht sich in die Forschungen zu den \u00fcbrigen sunnitischen Rechtsschulen ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insofern d\u00fcrfte der Gedanke, die skizzierten Ideen w\u00fcrden sich seit dem 19. Jahrhundert nachverfolgen lassen, eher dem Bestreben nach der Konstruktion eines homogenen Deobandi-Islams geschuldet sein, der als eine Bedrohung des Westens \u2013 zumindest <em>via<\/em> Taliban \u2013 wahrgenommen werden kann. Letztendlich ist dies Ausdruck des im 1. Teil erw\u00e4hnten Orientalismus der Afghanistan-Expertisen, die sich &nbsp;auf den weiteren s\u00fcdasiatischen Raum beziehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"deobandis-im-geflecht-moderner-islamischer-stromungen\">Deobandis im Geflecht moderner islamischer Str\u00f6mungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Deobandi-Islam kann als eine transkulturelle und transnationale Str\u00f6mung begriffen werden, die weit davon entfernt ist, homogen zu sein (Reetz 2007). Dabei werden immer wieder andere islamische Str\u00f6mungen mit dem Deobandi-Islam in Verbindung gebracht. Eine regional wichtige Str\u00f6mung ist die der Ahl-e Hadith, die den Qur\u2018an und die \u00dcberlieferungen des Propheten als <em>alleinige <\/em>Quelle der religi\u00f6sen Rechtsleitung ansehen, die Str\u00f6mung der Deobandis stuft demgegen\u00fcber auch die hanafitische Rechtstradition als Quelle ein. Praktisch scheinen die Unterschiede allerdings gering (Baczko 2021, 211). Historisch gibt es einige Verbindungen zum Wahhabitentum (Lohlker 2017: 43-44; Riexinger 2004), die auch in der Gegenwart wieder bedeutsam wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>&#8222;Da die Taliban Gewalt anwenden und eine Verbindung zum Dschihadismus der al-Qa\u2018ida hatten und wohl auch haben, wirkt sich h\u00e4ufig ein Kurzschluss aus, der Gewalt mit Gewalt verschmilzt.&#8220;<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings kam es nach der \u00dcbernahme der Macht durch die Taliban zu t\u00f6dlichen Angriffen auf Prediger der Ahl-e Hadith, die in Zusammenhang mit Verbindungen zum IS-Khorasan (s. u.) gebracht werden. Der IS-Khorasan scheint neben der Feindschaft gegen die Taliban (s. u.)&nbsp;mit den Ahl-e Hadith ein besonderes Angriffsziel definiert zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">International wird oft eine Verbindung zur salafistischen Str\u00f6mung hergestellt, die allein schon wegen der o. g. Orientierung der Deobandis an der hanafitischen Schule des Denkens nicht haltbar ist. Str\u00f6mungen des zeitgen\u00f6ssischen puristisch-pietistischen Islams sind nicht miteinander gleichzusetzen (Akhlaq 2013). Hier wirkt eher die Idee eines homogenen Islams.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Taliban Gewalt anwenden und eine Verbindung zum Dschihadismus der al-Qa\u2018ida hatten und wohl auch haben, wirkt sich h\u00e4ufig ein Kurzschluss aus, der Gewalt mit Gewalt verschmilzt. Analytisch steht aber auch al-Qa\u2018ida in einer anderen islamischen Tradition als die Deobandis. Das B\u00fcndnis war und ist eher taktischer Art (Amiri\/Jackson 2021). Der Islamische Staat-Khorasan in Afghanistan wiederum ist einer der sch\u00e4rfsten Konkurrenten der Taliban und damit der Deobandis und teilweise aus der Regruppierung abtr\u00fcnniger Taliban entstanden (Giustozzi 2018). Diese Konkurrenz zeigt sich auch in Anschl\u00e4gen auf Deobandi-Bildungsst\u00e4tten (Sayed 2020).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"schlussbemerkung\">Schlussbemerkung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt die Richtung(en) des Deobandi-Islam urs\u00e4chlich nur mit Formen religi\u00f6s motivierter Gewalt in Verbindung bringen zu wollen, muss diese Tradition des modernen Islam eher als ein islamisches <em>revival<\/em> von unten (Ingram 2018) verstanden werden, das unter bestimmten Umst\u00e4nden in die Benutzung gewaltsamer Mittel m\u00fcnden kann. Eine rein versicherheitlichte Betrachtung verkennt den Charakter dieser Str\u00f6mung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deobandi-Tradition entsteht zwar im Rahmen der Geschichte des s\u00fcdasiatischen Islams hanafitischer Pr\u00e4gung, ist aber nur im Kontext des britischen Kolonialismus zu verstehen. Die gilt auch f\u00fcr ihre weitere Entwicklung im 20. Jahrhundert. Diese Tradition ver\u00e4ndert sich in Pakistan zu einer oft beschr\u00e4nkten Form des Deobandi-Islams, die dann \u00fcber die Taliban nach Afghanistan hineinwirkt. In Afghanistan k\u00f6nnen wir zudem eine eigenst\u00e4ndige Entwicklung der hanafitischen Rechtsschule mit einem Deobandi-Hintergrund im sich entwickelnden afghanischen Nationalstaat feststellen, die durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte abgebrochen wurde.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"fussnoten\">Fu\u00dfnoten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; In Afghanistan waren zu dieser Zeit auch t\u00fcrkische Juristen t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gemeint ist, dass&nbsp; etwas anderes auf die gleiche Ebene wie Allah\/Gott gestellt wird, zum Beispiel ein anderer Gott. Ein h\u00e4ufig angef\u00fchrtes Beispiel ist die christliche Trinit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Alle Nummern stammen aus dem elektronischen Archiv des Verfassers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Muhammad Taqi Uthmani (geb. 1943 in Deoband) ist einer der f\u00fchrenden pakistanischen Gelehrten, der f\u00fcr seine Werke zum islamischen Finanzwesen und seine f\u00fchrende Rolle in der Anti-Ahmadiyya-Politik bekannt ist. Er hat auch Hadithkunde unterrichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/twitter.com\/alemara_ar?lang=de (11.10.2021). Es gibt auch eine arabischsprachige Twitterpr\u00e4senz, deren sprachliche Form ebenfalls darauf verweist, dass die Taliban in erster Linie kein westliches Publikum adressieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn6\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; So der Eindruck bei Reetz 2007: 140.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"literatur\">Literatur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Im Folgenden finden Sie das gemeinsame Literaturverzeichnis von Teil 1 und Teil 2:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ahmed, Faiz. (2017) Afghanistan Rising: Islamic Law and Statecraft between the Ottoman and British Empires- Cambridge, Mass.\/London: Harvard University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Akhlaq, Sayed Hasan (2013). Taliban and Salafism: a historical and theological exploration: The Taliban, like other sociopolitical movements, is not reducible to Islamic doctrines.&nbsp; https:\/\/www.opendemocracy.net\/en\/taliban-and-salafism-historical-and-theological-exploration\/ [abgerufen am 07.11.2021].&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amiri, Rahmatullah und Ashley Jackson (2021) Taliban Narratives on Al Qaeda in Afghanistan. London: ODI.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ayoub, Sami (2016) The <em>Mecelle<\/em>, Sharia, and the Ottoman State: Fashioning and Refashioning of Islamic Law in the Nineteenth and Twentieth Centuries. In Shull, Kent F. u. a. (Hg.) <a><\/a>Law and Legality in the Ottoman Empire and Republic of Turkey. Bloomington\/Indianopolis: Indiana University Press, S. 129-155.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Baczko, Adam (2021) La Guerre par le droit: Les tribunaux Taliban en Afghanistan<em>.<\/em> Paris: CNRS \u00c9ditions.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bano, Masood (2007). Beyond Politics: The Reality of a Deobandi Madrasa in Pakistan. Journal of Islamic Studies18 (1): S. 43-68.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dash, Kamala Kanta (2008) The Fatwa against Terrorism: Indian Deobandis Renounce Violence but Policing Remains Unchanged<em>.<\/em> https:\/\/www.monash.edu\/__data\/assets\/pdf_file\/0005\/1677848\/gtrec-proceedings-2008-10-kamala-dash.pdf [abgerufen am 07.11.2021].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dorronsoro, Gilles (2021) Le gouvernement transnational de l\u2018Afghanistan: Une si pr\u00e9visible d\u00e9faite<em>.<\/em> Paris: \u00c9ditions Karthala.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Faruque, Muhammad U. (2020) Eternity Made Temporal: Ashraf \u02bfAl\u012b Th\u0101nav\u012b, a Twentieth-Century Indian Thinker and the Revival of Classical Sufi Thought. Journal of Sufi Studies 9: S. 215-246.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Giustozzi, Antonio (2018) The Islamic State in Khorasan: Afghanistan, Pakistan and the New Central Asian Jihad<em>.<\/em> London: Hurst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Green, Nile (2011) Bombay Islam: The Religious Economy of the West Indian Ocean, 1840\u20131915<em>.<\/em> Cambridge u. a.: Cambridge University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haroon, Sana (2012) Religious Revivalism across the Durand Line. In Bashir, Shazad\/Crews, Robert D. (Hg.) Under the Drones: Modern Lives in the Afghan-Pakistan Borderlands. Cambridge, Mass.\/London: Harvard University Press: S. 45-59.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haroon, Sana (2008) The Rise of Deobandi Islam in the North-West Frontier Province and Its Implications in Colonial India and Pakistan 1914-1996. Journal of the Royal Asiatic Society 19 (1): S. 47-70.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hartung, Jan-Peter (2020) \u2018He\u2019s Just a Man!\u2018: Pashtun Salafists and the Representation of the Prophet. Die Welt des Islams 60: S 170-204.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hegghammer, Thomas (2020) The Caravan: Abdallah Azzam and the Rise of Global Jihad<em>.<\/em> Cambridge u.a.: Cambridge University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ingram, Brannon D. (2018) Revival from Below: The Deoband Movement and Global Islam<em>.<\/em> Oakland, Cal.: California University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ingram, Brannon D. (2015) Crises of the Public in Muslim India: Critiquing Custom at Aligarh and Deoband. South Asia: Journal of South Asian Studies 38 (3): S. 403-418.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ingram, Brannon D. (2014) The Portable Madrasa: Print, Publics, and the Authority of the Deobandi `ulama. Modern Asian Studies 48 (4): S. 845-871.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ingram, Brannon D. (2011) Deobandis Abroad: Sufism, Ethics and Polemics in a Global Islamic Movement<em>.<\/em> Diss phil. Chapel Hill.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ingram, Brannon D. (2009) Sufis, Scholars and Scapegoats: Rash\u012bd A\u1e25mad Gangoh\u012b (d. 1905) and the Deobandi Critique of Sufism. The Muslim World99: S. 478-501.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jackson, Ashley und Florian Weigand (2020) Rebel Rule of Law: Taliban courts in the west and north-west of Afghanistan<em>.<\/em> London: ODI.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jackson, Ashley (2018) Life under the Taliban Shadow Government<em>.<\/em> London: ODI.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lohlker, R\u00fcdiger (2017) Die Salafisten: Der Aufstand der Frommen, Saudi-Arabien und der Islam<em>.<\/em> M\u00fcnchen: C. H. Beck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lohlker, R\u00fcdiger (2011) Islamisches Recht, Wien: facultas\/wuv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Malik, Jamal (2008) Islam in South Asia: A Short History<em>.<\/em> Leiden: Brill.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Metcalf, Barbara D. (2009) Husain Ahmad Madani: The Jihad for Islam and India\u2018s Freedom<em>.<\/em> Oxford: Oneworld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Metcalf, Barbara D. (1982) Islamic Revival in British India: Deoband, 1860-1900<em>.<\/em> Princeton, N.J.: Princeton University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mian, Ali Altaf (2019) Genres of Desire: Genres of Erotic in Deoband\u012b Islam. History of Religions 59: S. 108-145.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Naeem, Fuad S. (2009) Sufism and Revivalism in South Asia: Mawl\u0101n\u0101 Ashraf Th\u0101nv\u012b of Deoband and Mawl\u0101n\u0101 A\u1e25mad Raz\u0101 Kh\u0101n of Bareilly and their Paradigms of Islamic Revivalism. The Muslim World 99: S. 435-451.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neyazi, Taberez Ahmed (2010) Darul uloom Deoband: Stemming the Tide of Radical Islam in India<em>.<\/em> Singapur: S. Rajaratnam School of International Studies.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nowak, Peter (2021), \u201eDragqueens, Homoparaden und Menschenrechtsideologie haben dort Sendepause,&#8220; in <em>Telepolis <\/em>17. September 2021. https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Dragqueens-Homoparaden-und-Menschenrechtsideologie-haben-dort-Sendepause-6195225.html [abgerufen am 07.11.2021].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">O\u2018Sullivan, Michael (2021) Islamic Modernism, the Hanafi <em>Mazhab<\/em>, and Codification in Aman Allah&#8217;s Afghanistan. Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East41 (2): S. 261\u2013266.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reetz, Dietrich (2007) The Deoband Universe: What Makes a Transcultural and Transnational Educational Movement of Islam? Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East 27 (1): S. 139-159.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sayed, Abdul (2020) Islamic State Khorasan Province\u2019s Peshawar Seminary Attack and War Against Afghan Taliban Hanafis. Terrorism Monitor 18 (2). https:\/\/jamestown.org\/program\/islamic-state-khorasan-provinces-peshawar-seminary-attack-and-war-against-afghan-taliban-hanafis\/ [abgerufen am 07.11.2021].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sheikh, Mona Kanwal (2017) Guardians of God: Inside the Religious Mind of the Pakistani Taliban<em>.<\/em> New York: Oxford University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">al-SumudNr. 188, September 2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">al-Sumud Nr. 187, August 2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">al-Sumud Nr. 30, 2008.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">al-SumudNr. 9, 2005.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Van Linschoten, Alex Strick und Feix Kuehn (Hg.) (2018) The Taliban Reader: War, Islam and Politics<em>.<\/em> Oxford u. a.: Oxford University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wezarat-e ma\u2018ref (1398 h. sh.) Ta\u2018lim-o tarbije-je eslami: Senf-e awwal<em>.<\/em> Kabul: Wezarat-e ma\u2018aref.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wezarat-e ma\u2018ref (1396 h. sh.) Ta\u2018lim-o tarbije-je eslami: Senf-e dawazdahom<em>.<\/em> Kabul: Wezarat-e ma\u2018aref.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">White, Joshua (2008) <a><\/a>Pakistan&#8217;s Islamist Frontier : Islamic Politics and U. S. Policy in Pakistan\u2018s North-West Frontier<em>.<\/em> Arlington, VA: Institute for Global Engagement.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zaidi, A. Akbar (2009) The Ulema, Deoband and the (Many) Talibans. Economic and Political Weekly 44(19). https:\/\/www.epw.in\/journal\/2009\/19\/letter-south-asia-columns\/ulema-deoband-and-many-talibans.html [abgerufen am 07.11.2021).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zaman, Muhammad Qasim (2020) [2008] Ashraf \u2018Ali Thanawi: Islam in Modern South Asia<em>.<\/em> London: Oneworld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zaman, Muhammad Qasim (2007) Tradition and Authority in Deobandi Madrasas of South Asia. Hefner, Robert W. Und Muhammad Wasim Zaman. Schooling Islam: The Culture and Politics of Modern Muslim Education. Princeton, NJ: Princeton University Press: S. 61-86.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zaman, Muhammad Qasim (2002a) The Ulama in Contemporary Islam: Custodians of Change<em>.<\/em> Princeton, NJ\/Oxford: Princeton University Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zaman, Muhammad Qasim (2002) Nation, Nationalism, and the <em>\u02bfUlam\u0101\u02be<\/em>: <em>\u1e24ad\u012b\u1e6f<\/em> in Religio-Political Debates in Twentieth Century India. Oriente Moderno 82(1): S. 93-113.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildquelle: Wikipedia Commons<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>RaT-Blog Nr. 36\/2021<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der (Wieder-)Eroberung Afghanistans durch die Taliban ist das Stichwort des \u201eDeobandismus\u201c \u00fcberall dort nicht mehr wegzudenken, wo der Versuch unternommen wird, die Haltungen der neuen Herrscher Afghanistans zu verstehen. Im zweiten Teil seines Beitrages geht R\u00fcdiger Lohlker auf die komplexe Geschichte des Einflusses der Deobandi-Schule in Afghanistan ein und beschreibt, welchen Stellenwert sie im Denken der Taliban einnimmt.<br \/>\nTeil 1, der eine Woche vor diesem Beitrag erschienen ist, geht st\u00e4rker auf die historischen Wurzeln der Deobandi-Bewegung ein.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2214,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,155,146,138,143,164,156],"tags":[33,50,95,112],"ppma_author":[301],"class_list":["post-2234","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-beitraege","category-geschichte-themen","category-gesellschaft","category-islam","category-politik","category-recht","category-religionswissenschaft","tag-geschichte","tag-islam","tag-religionswissenschaft","tag-tradition-und-moderne","eq-blocks"],"authors":[{"term_id":301,"user_id":0,"is_guest":1,"slug":"ruediger-lohlker","display_name":"R\u00fcdiger Lohlker","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=mm&r=g","author_category":"1","user_url":"","last_name":"Lohlker","first_name":"R\u00fcdiger","job_title":"","description":"R\u00fcdiger Lohlker ist Professorial Research Fellow beim Forschungszentrum Religion and Transformation (RaT). 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