{"id":3619,"date":"2023-05-10T09:05:08","date_gmt":"2023-05-10T09:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/?p=3619"},"modified":"2023-05-10T10:07:17","modified_gmt":"2023-05-10T10:07:17","slug":"eine-neue-sprache-der-begegnung-zwischen-religion-und-welt-doing-theology-from-the-existential-peripheries","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/?p=3619","title":{"rendered":"Eine neue Sprache der Begegnung zwischen Religion und Welt: Doing Theology from the Existential Peripheries"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie ist es m\u00f6glich, heute von Gott zu sprechen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte, dass diese f\u00fcr die Theologie so dringliche Frage vor den Worten durch die beiden oben nebeneinander gestellten Bilder beantwortet wird. Sie geh\u00f6ren zu den zw\u00f6lf Diptychen<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>, die Giovanni Chiaramonte, einer der gr\u00f6\u00dften lebenden Meister der italienischen Fotografie, dem vatikanischen Projekt <a href=\"https:\/\/migrants-refugees.va\/theology-from-the-peripheries\/\"><em>Doing Theology from the Existential Peripheries<\/em><\/a><em> <\/em>gewidmet hat, das ich in den letzten zwei Jahren geleitet habe. Der gro\u00dfe Fotograf begleitete mich im M\u00e4rz 2022 f\u00fcr ein paar Tage nach Barcelona, um seinen Bericht \u00fcber eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrung \u2018mit Licht zu schreiben\u2019. \u201cFotografie\u201d: Schreiben mit Licht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man \u00fcber die beiden Bilder nachdenkt, erkennt man, wie die Ausgangsfrage in Wahrheit auf den Kopf gestellt werden kann: Es geht nicht darum, wie man heute noch von Gott sprechen kann, sondern ob es noch einen Weg gibt, ihn zu h\u00f6ren. Und wo. Als ob das Schweigen, das Fasten der Worte \u00fcber Gott, das uns von der s\u00e4kularen Gesellschaft abverlangt zu werden scheint, von Chiaramontes Werk radikal ernst genommen wird: Man findet in diesen Fotografien eine Hymne an das H\u00f6ren, eine eindringliche Einladung zum Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor achtzig Jahren schrieb Dietrich Bonhoeffer aus dem Gef\u00e4ngnis: \u201cEs bleibt ein Erlebnis von unvergleichlichem Wert, da\u00df wir die gro\u00dfen Ereignisse der Weltgeschichte einmal von unten, aus der Perspektive der Ausgeschalteten, Beargw\u00f6hnten, Schlechtbehandelten, Machtlosen, Unterdr\u00fcckten und Verh\u00f6hnten, kurz der Leidenden, sehen gelernt haben. [\u2026] Es kommt nur darauf an, da\u00df diese Perspektive von unten nicht zur Parteinahme f\u00fcr die ewig Unzufriedenen wird, sondern da\u00df wir aus einer h\u00f6heren Zufriedenheit, die eigentlich jenseits von unten und oben begr\u00fcndet ist, dem Leben in allen seinen Dimensionen gerecht werden, und es so bejahen\u201d<a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Gott entsteht immer aus dem H\u00f6ren, aus der Begegnung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Denken muss sich in der Tat aus der Wirklichkeit speisen. Und die Wirklichkeit \u2013 &nbsp;so lehrt uns Papst Franziskus in voller Kontinuit\u00e4t mit Bonhoeffers Text \u2013 &nbsp;l\u00e4sst sich am besten von den R\u00e4ndern her verstehen: \u201cDenn man kann von jedem etwas lernen, niemand ist nutzlos, niemand ist entbehrlich. Dies bedeutet, dass die Peripherien mit einbezogen werden m\u00fcssen. Wer in ihnen lebt, hat einen anderen Blickwinkel, sieht Aspekte der Realit\u00e4t, die man von den Machtzentren aus, in denen die ma\u00dfgeblichen Entscheidungen getroffen werden, nicht erkennen kann\u201d<a id=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>. Aus diesem Grund haben wir an das Projekt <a href=\"https:\/\/migrants-refugees.va\/theology-from-the-peripheries\/\"><em>Doing theology from the existential peripheries<\/em><\/a> geglaubt und es gef\u00f6rdert, das sich auf eine eher versteckte Weise entwickeln musste. So verborgen wie das Leben in Nazareth, das ein zentraler Teil der Mission Jesu ist: Ein Leben, das in jeder Hinsicht \u00f6ffentlich ist, aber weit weg vom Rampenlicht und den Orten der Macht. Ziel des Forschungsprogramms ist es, die Lehre von Papst Franziskus zu vertiefen und im Lichte von <em>Evangelii Gaudium<\/em>, <em>Laudato si&#8216;<\/em> und <em>Fratelli tutti<\/em> eine Erneuerung der Theologie zu f\u00f6rdern. In Bezug auf diese Texte des p\u00e4pstlichen Lehramtes, scheinen seine Sprache und sein Programm den sich vollziehenden Epochenwechsel noch nicht registriert zu haben. Dies ist ein pr\u00e4gendes Problem der Kirchenleitung. Wir sind an raschen Prozessen der Zerr\u00fcttung und Radikalisierung von Identit\u00e4ten, auch von religi\u00f6sen, beteiligt. Armut, Ungleichheit, Misstrauen und Konflikte nehmen zu. Im Vergleich zum Fr\u00fchling des Konzils, der historisch mit den Hoffnungen der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden war, hat sich unser Verh\u00e4ltnis zur Zukunft ver\u00e4ndert. Unsere Beziehung zu anderen und zu uns selbst hat sich ver\u00e4ndert. Selbst eine gute Theologie, eine Theologie, die aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil und den ihm vorausgegangenen Erneuerungsbewegungen hervorgegangen ist, l\u00e4uft Gefahr, viele neue Fragen zu untersch\u00e4tzen und die Mission nicht mehr zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der franz\u00f6sische Benediktiner Ghislain Lafont hat in einem seiner letzten Essays den Schl\u00fcssel zum Ansatz von Papst Franziskus in einem <em>Prinzip der Kleinheit<\/em> benannt: &#8222;Wirkliche Ver\u00e4nderung entsteht durch das Wirken von schwachen Elementen. Das l\u00e4sst sich feststellen, wenn man die Geschichte der Welten und der Menschheit, dann die Heilsgeschichte und schlie\u00dflich die Geschichte der Kirche betrachtet. [&#8230;] Der Grundgedanke ist folgender: Situationen der Macht sind letztlich steril; sie sind an eine bestimmte Bedingung eines globalen Systems gebunden, das zwar zur Leistung, zur Verbesserung und m\u00f6glicherweise zur Erweiterung f\u00e4hig ist, aber innerhalb einer geschlossenen Konfiguration, unf\u00e4hig zu echter Kreativit\u00e4t. Die Neuartigkeit ergibt sich gerade aus den Rissen, die im globalen System immer wieder auftreten; oder sie ergibt sich aus der Unf\u00e4higkeit, die das System zeigt, wenn es von au\u00dfen durch Elemente angegriffen wird, die seiner Logik fremd sind\u201d<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Welt kennt den <em>Lehrstuhl f\u00fcr Ungl\u00e4ubige<\/em>, der in Mailand von Kardinal Carlo Maria Martini eingerichtet wurde. Er sagte: &#8222;Subjektiver Genitiv: Ungl\u00e4ubige auf dem Stuhl&#8220;. Dieses Projekt hat uns auf den Stuhl der Armen oder der Unsichtbaren gebracht. Sich an die existentiellen Peripherien zu begeben, bedeutete, sich zu fragen, wo sie sind und wer diejenigen sind, die von der Kirche tendenziell nicht gesehen und nicht als Tr\u00e4ger des Wortes Gottes gesch\u00e4tzt werden. Die Ohnm\u00e4chtigen, die Ungesehenen stiegt auf dem Lehrstuhl, um das Ungesehene, das Randst\u00e4ndige, die Unerkannte in uns zu evangelisieren<a id=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aber was hat man uns gesagt?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/migrants-refugees.va\/resource-center\/publications\/\">kontinentalen Berichte<\/a> \u00fcber die Zuh\u00f6r\u00fcbungen sind ver\u00f6ffentlicht worden. Wir haben noch Jahre der Arbeit vor uns, um aus dem, was wir erfahren haben, eine Theologie mit wissenschaftlichem Profil zu machen. F\u00fcr den Augenblick halte ich drei allgemeine Bemerkungen f\u00fcr n\u00fctzlich, d.h. Punkte der Konvergenz, der fast einhelligen \u00dcbereinstimmung, quer durch die Kontinente. Sie stellen bereits jetzt eine confessio fidei dar, die aus allen Ecken der Welt zu uns kommt.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Ein Apophthegma der W\u00fcste besagt, dass das monastische Leben darin besteht, <em>hinzufallen und wieder aufzustehen und dann wieder hinzufallen und wieder aufzustehen<\/em>. Das ist es, was Menschen an den existenziellen Peripherien tun, ohne es zu wollen oder zu w\u00e4hlen: Sie erleben das Leben als ein Kontinuum des Scheiterns, aber sie werfen nicht das Handtuch. Es gibt eine \u00dcbereinstimmung zwischen der Abw\u00e4rtsbewegung dieser Existenzen und der radikalen und progressiven Senkung, die im paulinischen Hymnus des Philipperbriefs nachgezeichnet wird (vgl. Phil 2,6-8). \u201cVerwundbar\u201d bedeutet \u2013 nach dem lateinischen Wortstamm \u2013 \u201cjemand, der verwundet werden kann\u201d. Dies ist Teil der Erfahrung, am Rande zu stehen, aber nicht das Wesentliche. Was diese Erfahrung existentiell kennzeichnet, scheint nicht die Verwundbarkeit zu sein, sondern die Fehlbarkeit: nicht die <em>M\u00f6glichkeit<\/em>, verwundet zu werden \u2013 was zwar wahr ist, aber nicht entscheidend &nbsp;\u2013 , sondern die <em>Tatsache<\/em>, gescheitert zu sein. Scheitern: eine Realit\u00e4t, die so real erlebt und gemacht wird, dass man sich bewusst wird, dass der Erfolg &nbsp;\u2013 so wie er in den Augen der Gesellschaft konventionell verstanden wird \u2013 &nbsp;niemals eintreten wird. Der Glaube f\u00fchrt dann eine andere Lesart der Geschichte ein und offenbart sich in der Weisheit, ohne Orientierung an Erfolg und gesellschaftlicher Anerkennung zu leben: Es ist die Weisheit, die Armut des Nicht-Wissens und der Nicht-Macht auszuhalten gelernt zu haben. Obwohl sie viel wissen, werden die Bescheidenen im Alltag als diejenigen behandelt, die nichts wissen. Mehr noch, sie trauen weder ihrem eigenen Wissen, noch halten sie das Wissen anderer f\u00fcr unfehlbar. Sie haben verinnerlicht, dass der menschliche Zustand zerbrechlich und fehlbar ist. Dies ist der erste Teil ihrer Weisheit.<\/li>\n\n\n\n<li>Die andere Seite dieser Erkenntnis \u2013 oder des <em>sensus fidei<\/em> \u2013 entspricht der zweiten Bewegung einer Theologie des Kreuzes: Es ist die Liebe als eine Seinsweise, die erh\u00f6ht, die erhebt. Wir haben bei denen, die am Rande leben, oft einen Blick gefunden, der nicht hart, nicht wertend, sondern freundlich und mitf\u00fchlend ist. In den Antipoden des Paradigmas von Verdienst und Selbstverwirklichung liegt die Weisheit der Armen: das Mitgef\u00fchl. Gl\u00e4ubige, die in den existenziellen Peripherien leben, glauben auf diese Weise. Nat\u00fcrlich ist das nicht bei allen der Fall. Es gibt nach wie vor verschlossene, r\u00fccksichtslose, ritualisierte, fanatische Formen des Lebens und der Religiosit\u00e4t, aber bei den Menschen, die wir befragt haben, \u00fcberwiegt eine Spiritualit\u00e4t der Barmherzigkeit. Und, das muss man hinzuf\u00fcgen, auch des Humors. Eines sehr sanften Humors, der einen mit Z\u00e4rtlichkeit l\u00e4cheln l\u00e4sst.<\/li>\n\n\n\n<li>Der dritte Punkt betrifft die Wahrnehmung der Inklusion als ein theologisches Thema, mit dem die Glaubw\u00fcrdigkeit der Kirche steht und f\u00e4llt. Die Kategorie der &#8222;Inklusion&#8220; geh\u00f6rt sprachlich nicht zur theologischen Tradition, doch kann man einerseits ihre N\u00e4he zur etymologischen Bedeutung von &#8222;ek-klesia&#8220; und andererseits ihren prophetischen Charakter in einer Welt, in der Ungleichheiten, Trennungen und Konflikte zunehmen, auch in lokalen Gemeinschaften, nicht \u00fcbersehen. Allzu oft nehmen die Armen mit besonderer Sensibilit\u00e4t den ausgrenzenden oder diskriminierenden Charakter vieler kirchlicher Realit\u00e4ten wahr, selbst auf der Ebene der Basisgemeinden. Diese Wahrnehmung wird durch die am weitesten verbreiteten Interpretationen der Lehre oder des Katechismus verst\u00e4rkt, die einen vermeintlichen Wahrheitsaspekt \u00fcber den Vorrang der N\u00e4chstenliebe stellen wollen, die immer alle willkommen hei\u00dft und begleitet. Insbesondere die Situation von LGBT<ins>I<\/ins>Q+ Menschen scheint auf breiter Ebene mehr Beachtung zu finden. Im Gegensatz zu dem, was Papst Franziskus selbst \u00f6ffentlich behauptet hat, zeigen die Armen, dass diese Priorit\u00e4ten nicht das Ergebnis neuer ideologischer Kolonisationen sind, sondern von einem evangelischen Bewusstsein der W\u00fcrde eines jeden Kindes Gottes in seiner geistigen, k\u00f6rperlichen und affektiven Integrit\u00e4t und von den Bindungen der Treue, die es aus freien St\u00fccken eingehen will, durchdrungen sind. Im Allgemeinen ist es in allen Breitengraden der sexuelle Bereich, mehr noch als der wirtschaftliche, der bei den Menschen ein Gef\u00fchl des Bruchs und der Ausgrenzung in Bezug auf die kirchliche Zugeh\u00f6rigkeit hervorruft: Das jahrhundertelange Beharren auf diesem Bereich der Moral hat offensichtlich die Tiefe der Wunden beeinflusst, die das Leben auf dem Glaubensweg von Millionen von Katholiken hinterl\u00e4sst.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich auf das fotografische Diptychon zur\u00fcckkommen, von dem ich ausgegangen bin. Wie immer in Giovanni Chiaramontes Werk steht das Licht still und erz\u00e4hlt von Gesichtern und Orten. Ein ewiges Licht. Es erz\u00e4hlt keine Geschichten, sondern Begegnungen. Und vor allem das, was dem Geheimnis der Kirche zugrunde liegt: die Begegnung mit der Wirklichkeit des Anderen. Stigmata, verkl\u00e4rte Wunden, sind ein Teil davon. In der Erfahrung des Fotografen ist die Aufnahme nur ein Zeichen, eine bildliche Darstellung einer Asymmetrie und eines Appells. Es ist der Andere, der an unsere T\u00fcr klopft. Ein Schwindelgef\u00fchl, das im Fleisch eingeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Barcelona-Diptychen von Giovanni Chiaramonte wurden in der Booklet <a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/1N_oPHh84q8UHgmJEsx9YaoU5j9glUHGu\/view\"><em>Wisdom from the margins<\/em><\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Dietrich Bonhoeffer, <em>Widerstand und Ergebung<\/em>, DBW Band 8, Seite 38 f<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Francesco, <em>Fratelli tutti<\/em>, n. 215<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ghislain Lafont, <em>Piccolo saggio sul tempo di papa Francesco<\/em>, Bologna, EDB, 2017. Die \u00dcbersetzung stammt von uns und ist nicht mit dem Verlag abgestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Konkret wurde ein <a href=\"https:\/\/migrants-refugees.va\/project-team-collaborators\/\">Team<\/a> von sechs kontinentalen Koordinatoren, drei Theologinnen, gebildet: Neben mir f\u00fcr Europa und den Mittelmeerraum sind dies Lorena Basualto (<em>Katholische Universit\u00e4t Silva Henr\u00edquez<\/em>, Santiago de Chile) f\u00fcr Lateinamerika, Agnes Brazal (<em>De la Salle University<\/em>, Manila) f\u00fcr Asien, Stan Chu Ilo (<em>DePaul University<\/em>, Chicago) f\u00fcr Nordamerika, Adele Howard (<em>Sisters of Mercy<\/em>, Melbourne) f\u00fcr Ozeanien und Toussaint Kafarhire (<em>Centre Arrupe<\/em>, Lubumbashi) f\u00fcr Afrika. Die Koordinatoren w\u00e4hlten dann ihre Mitarbeiter aus, insgesamt etwa 90 Theologen, Seelsorger und andere Experten. Gemeinsam erarbeiteten wir eine Methodologie und entwickelten dann einen Prozess des Zuh\u00f6rens, der vierzig St\u00e4dte und \u00fcber f\u00fcnfhundert Menschen aus jedem Kontinent erreichte. Die Monate des Zuh\u00f6rens haben die beteiligten Theologen tief beeindruckt, denn in jedem Kontinent brachte der direkte Kontakt mit den Menschen am Rande des kirchlichen und sozialen Lebens einen sehr ausgepr\u00e4gten <em>sensus fidei<\/em> hervor. All dies wurde auf der internationalen <a href=\"https:\/\/migrants-refugees.va\/events\/\">Konferenz in Rom am 12. Oktober 2022<\/a> gut dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sergio Massironi<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dikasterium f\u00fcr den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Citt\u00e0 del Vaticano<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"102\" src=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/image001-300x102.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3625\" srcset=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/image001-300x102.png 300w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/image001-150x51.png 150w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/image001.png 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Photo Credits: <a href=\"http:\/\/www.giovannichiaramonte.com\/\">Giovanni Chiaramonte<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>RaT-Blog Nr. 05\/2023<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man heute \u00fcber Gott sprechen? Wie kann man das Zentrum verlassen, um sich der Peripherie zuzuwenden? Wie kann das Religi\u00f6se das Allt\u00e4gliche treffen? In seinem Beitrag stellt <b> Sergio Massironi <\/b> sein Projekt im Dikasterium des Vatikans f\u00fcr den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen \u201eDoing Theology from the Existential Peripheries\u201c vor, ausgehend von einem Diptychon von Giovanni Chiaramonte.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3622,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137,154,146,144,158,136,156,150,149,1],"tags":[],"ppma_author":[362],"class_list":["post-3619","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-christentum","category-ethik","category-gesellschaft","category-kunst","category-migration","category-religion","category-religionswissenschaft","category-theologie","category-transformation","category-uncategorized","eq-blocks"],"authors":[{"term_id":362,"user_id":0,"is_guest":1,"slug":"sergio-massironi","display_name":"Sergio Massironi","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=mm&r=g","author_category":"1","user_url":"","last_name":"Massironi","first_name":"Sergio","job_title":"","description":"Theologe des vatikanischen Dikasterium fu\u0308r den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, ist Leiter des internationalen Forschungsprojekts Doing Theology from the Existential Peripheries. Er ist ein bekannter Unterzeichner des \"L'Osservatore Romano\" und arbeitet auch mit \"Iglesia viva. Pensamiento cr\u00edtico y cristianismo\". Er hat u.a. ver\u00f6ffentlicht: bei Castelvecchi Sulle tracce di Dio (2023) und Cattolico, cio\u00e8 incompleto (2022); bei Mondadori-Electa Fare \u00e8 pensare. Conversazioni per un nuovo Bauhaus (2022) und Il gesto sacro. Una conversazione con Mario Botta (2020); bei Vita e Pensiero Il cardinale inquieto. La ripresa di Cusano in Italia come provocazione alla modernit\u00e0 (2021)"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3619"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3619\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3643,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3619\/revisions\/3643"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3622"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3619"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fppma_author&post=3619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}