{"id":863,"date":"2020-07-10T11:48:40","date_gmt":"2020-07-10T11:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/rat-blog.at\/?p=863"},"modified":"2023-07-06T09:48:17","modified_gmt":"2023-07-06T09:48:17","slug":"transformation-im-kontext-von-religion-und-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/?p=863","title":{"rendered":"\u201eTransformation\u201c im Kontext von Religion und Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein gro\u00dfer inhaltlicher R\u00fcckblick auf 10 Jahre RaT. Von<strong> Esther Heinrich-Ramharter<\/strong>.<\/em><br \/><em>Gleichzeitig ist der Beitrag ein Vorgeschmack auf <a href=\"https:\/\/brill.com\/view\/journals\/jrat\/6\/1\/article-p193_12.xml\">J-RaT 1\/2020. <\/a><\/em><strong><br \/><\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Jahr 2010 richtete das Rektorat der Universit\u00e4t Wien die Forschungsplattform \u201eReligion and Transformation in Contemporary European Society\u201c (RaT) ein, deren Name sp\u00e4ter zu \u201eReligion and Transformation in Contemporary Society\u201c ge\u00e4ndert wurde. RaT fungiert als Tr\u00e4gerorganisation f\u00fcr das 2015 gegr\u00fcndete \u201eJournal for Religion and Transformation in Contemporary Society\u201c (JRAT). Aus Anlass des 10j\u00e4hrigen Bestehens von RaT nimmt die Philosophin Esther Ramharter die Bedeutung des Begriffes \u201eTransformation\u201c in den Blick. Sie geht dabei der Frage nach, welche Verwendung dieser Begriff in den Publikationen der RaT-Mitglieder gefunden hat. Eine R\u00fcckschau auf 10 Jahre RaT.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Rede von \u201eTransformation\u201c ist unter anderem im Kontext gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen allgegenw\u00e4rtig. Ist mit dem Ausdruck etwas Spezifisches gemeint, oder wird er, wie es manchmal scheint, eher unverbindlich und austauschbar verwendet? Der vorliegende Text liefert eine allgemeine Untersuchung von Geschichte, Bedeutung und Relevanz des Begriffs \u201eTransformation\u201c, insbesondere im Kontext von Religion, und verfolgt systematische Zwecke (ein historischer \u00dcberblick \u00fcber Entwicklungen von Religionen wird nicht gegeben)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Dabei sollen Konvergenzen in den Forschungen der Mitglieder von RaT deutlich gemacht werden.<\/p>\n<p><strong>1) Geschichte des Begriffs<\/strong><\/p>\n<p>Die Urspr\u00fcnge eines Begriffs lassen sich nicht blo\u00df aufgrund des Umstands, dass sie meist zu tief in der Geschichte vergraben liegen, kaum ausmachen, sondern auch schon aus allgemeinen methodischen Gr\u00fcnden muss ihre Fixierung als schwierig erachtet werden: Welche Art der Verwandlung darf ein Begriff durchmachen, um noch als derselbe Begriff zu gelten? Aristoteles untersucht die verschiedenen Verwendungsweisen von \u03b3\u03af\u03b3\u03bd\u03bf\u03bc\u03b1\u03b9 (ein ungebildeter Mensch wird zu einem gebildeten Menschen, aus ungebildet wird gebildet, aus Erz wird eine Statue,\u2026).<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Erst der Ausdruck \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03bc\u03cc\u03c1\u03c6\u03c9\u03c3\u03b9\u03c2 wird jedoch in der Regel als synonym mit \u201eTransformation\u201c angesehen \u2013 wobei es allerdings noch zu bedenken gilt, dass als lateinisches Pendant zu \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03bc\u03cc\u03c1\u03c6\u03c9\u03c3\u03b9\u03c2 durchaus auch <em>metamorphosis<\/em> zur Verf\u00fcgung steht, und <em>transformatio<\/em> so eine gewisse semantische Eigenst\u00e4ndigkeit beanspruchen k\u00f6nnte. In der Geschichte r\u00fcckw\u00e4rts gedacht, l\u00e4sst sich aber jedenfalls festhalten, dass \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03bc\u03cc\u03c1\u03c6\u03c9\u03c3\u03b9\u03c2 den historischen Vorl\u00e4ufer von <em>transformatio<\/em> darstellt. \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03bc\u03cc\u03c1\u03c6\u03c9\u03c3\u03b9\u03c2\/\u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03bc\u03bf\u03c1\u03c6o\u03c9 findet sich, laut Liddell&amp;Scott<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, an zahlreichen, mehrheitlich neutestamentlichen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Stellen belegt: Galenos 19.478, R\u00f6m. 12.2, Plu 2.52d, 2 Kor. 3.18, Mt. 17.2, u.a. Den Ausdruck <em>transformare<\/em> trifft man prominent etwa bei Ovid und Vergil an.<\/p>\n<p>Das deutsche \u201eTransformation\u201c entsteht im 16. Jh. aus dem sp\u00e4tlateinischen <em>transformatio<\/em>. Es wird nur bis ins 17. Jh gebraucht (das Grimm\u2019sche W\u00f6rterbuch sagt das zumindest f\u00fcr \u201etransformieren\u201c),<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> dann verlaufen sich die Spuren, bis es (im 19. Jh.), in anderer Bedeutung, (von der Soziologie?)<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> wiederentdeckt wird.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich im Englischen. So verwendet, z.B, Herbert Spencer 1862 in den <em>First Principles<\/em> das Wort \u201etransformation\u201c. Den bekanntesten Auftritt hat der Begriff vielleicht in <em>The Great Transformation<\/em> (1944) von Karl Polanyi: Er sieht diese alles ver\u00e4ndernde, gro\u00dfe Transformation im \u00dcbergang zur Marktwirtschaft, die die Wirtschaftsordnung von der gesellschaftlichen Ordnung trennt und ihr \u00fcberordnet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>2) \u201eTransformation\u201c in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen<\/strong><\/p>\n<p>In den Wissenschaften hat der Begriff der Transformation eine starke Ausdifferenzierung erfahren. In vielen Disziplinen weist er heute eine f\u00fcr die jeweilige Wissenschaft charakteristische Bedeutung auf. So meint man in der<em> Mathematik<\/em> etwa mit \u201eTransformationen\u201c Bewegungen oder allgemeiner Abbildungen. Die <em>Didaktik<\/em> kennt ein \u201etransformatives Lernen\u201c (das den Lernenden selbst ver\u00e4ndert) und die \u201edidaktische Transformation\u201c von Inhalten zur Vermittlung an Lernende (ein technischer Begriff, der verschieden gebraucht wird, aber jedenfalls nicht Simplifizierung meint).<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> In der <em>Politikwissenschaft<\/em> ver\u00e4ndert sich der Begriff in \u00dcbereinstimmung mit der Verlagerung der Brennpunkte der Diskussionen: Er meinte \u00fcber eine l\u00e4ngere Periode in erster Linie die \u00dcbergange von Diktaturen zu Demokratien (insbesondere \u201ethird wave democratization\u201c nach 1974: Rechtsdiktaturen S\u00fcdeuropas, kapitalistische Autokratien Ostasiens, sozialistische Staaten Osteuropas,<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> milit\u00e4rische Regime in S\u00fcd- und Mittelamerika),<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> heute dagegen stehen die Ver\u00e4nderungen im Irak und allgemeiner im Nahen Osten im Fokus. In der <em>Linguistik<\/em> bedeutet \u201eTransformation\u201c relativ eindeutig die Konvertierung einer syntaktischen Form in eine andere nach Regeln. In der <em>Literaturwissenschaft<\/em> dagegen tritt der Begriff in sehr verschiedenen Bedeutungen auf, meist als eine Art Ver\u00e4nderung eines Textes (z.B. \u00dcbersetzung, \u00dcberarbeitung,\u2026) in Abgrenzung von anderen Arten solcher Ver\u00e4nderungen (z.B. Absorption, Zitat,\u2026).<\/p>\n<p>Die beiden \u201eLeitdisziplinen\u201c f\u00fcr das Thema der Transformation im Kontext von Religion und Gesellschaft sind die Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Religionswissenschaft) und die Theologie.<\/p>\n<p>Die<em> Sozialwissenschaften<\/em> untersuchen Transformationen von Gesellschaften, auch von Kirchen und Religionen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Sie geh\u00f6ren zu den wenigen Disziplinen, in denen auch explizit auf den Begriff der Transformation reflektiert wird: Was bedeutet er und zu welchem Zweck soll er verwendet werden?<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Auf welche historischen Vorkommnisse bezieht er sich?<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Ist Transformation imitativ?<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Setzt Transformation (bewusste) Akteure voraus?<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> In den einschl\u00e4gigen Diskussionen finden sich an einem Ende des Spektrums evangelikale Christen, die den Begriff der \u201eGesellschaftstransformation\u201c vereinnahmen oder zu vereinnahmen versuchen \u2013 sie sprechen von \u201eGesellschaftstransformation\u201c ohne Spezifizierung, wenn sie Transformation einer Gesellschaft durch das Christentum meinen.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Am anderen des Spektrums stehen eher linke Theoretikerinnen, die den Begriff der Transformation ebenfalls f\u00fcr sich beanspruchen und von \u201ekritischer Transformation\u201c sprechen.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Immer wieder nahmen einschneidende soziale \u00c4nderungen den Begriff derart in Anspruch, dass seine Bedeutung nahezu exklusiv auf den jeweiligen Bereich bezogen wurde, so etwa in den 1990er Jahren, als \u201eTransformation [\u2026] relativ pl\u00f6tzlich zum gleichsam universellen Catch-Wort f\u00fcr Untersuchung und Konzeptualisierung der vielf\u00e4ltigen gesellschaftlichen Prozesse geworden [war], welche dem raschen Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in Europa folgten.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Aktuell ist \u201e\u201aTransformation\u2018 oder auch \u201aGro\u00dfe Transformation\u2018 [\u2026] weitgehend und nahezu \u00fcbereinstimmend zu einem Leitbegriff f\u00fcr den anstehenden gesellschaftlichen Umbau hin zu einer nachhaltigen, \u00f6kologisch (und sozial) sensiblen Entwicklung geworden.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Dem wird u.a. in mehreren Masterstudieng\u00e4ngen \u201eTransformationsstudien\u201c in Deutschland Rechnung getragen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Die <em>Theologie<\/em> macht vom Begriff der \u201eTransformation\u201c in verschiedenen Bereichen und auf verschiedene Weise Gebrauch: Die \u201eempirische Wende\u201c in der Pastoraltheologie der 1960er Jahre, im Rahmen derer praktische Theologie als Handlungswissenschaft verstanden wird, verwendet den Begriff auf mannigfache Weisen, vor allem aber hat sie Transformationen der Einzelnen \u2013 unter welchem Titel auch immer \u2013 zum Gegenstand. Die Missionswissenschaft kennt eine \u201etransformative Mission\u201c, und schlie\u00dflich verf\u00fcgt die Theologie auch \u00fcber genuin theologische Transformationsbegriffe wie Verkl\u00e4rung, Transsubstantiation, etc.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>3) Paradigmen des Transformationsbegriffs<\/strong><\/p>\n<p>Beim Durchgang durch die sehr vielf\u00e4ltigen und heterogenen Vorkommnisse von \u201eTransformation\u201c zeichnen sich doch einige Paradigmen ab, als da w\u00e4ren: (1) Formverwandlung (Metamorphose), (2) Gesellschaftsver\u00e4nderung, (3) Selbst-\/Lebensvervollkommnung, (4) Ver\u00e4nderungen von Texten, und (5) \u00dcbertragung, Abbildung. Im Folgenden werden \u2013 um diese Paradigmen zu erl\u00e4utern \u2013 jeweils Beispiele aus Publikationen von Mitgliedern von RaT gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>(1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Formverwandlung (Metamorphose)<\/p>\n<p>In seinem Beitrag \u201eDer geteilte Mensch. Einige Gedanken zu Sch\u00f6pfung, Transformation und Geschlecht in der rabbinischen Tradition\u201c greift der Judaist Gerhard Langer nicht nur auf den urspr\u00fcnglichen, antiken Begriff von Transformation als Metamorphose zur\u00fcck, sondern folgt auch in seiner Vorgangsweise jener von Ovid. Da diese Bedeutung des Wortes an den historischen Anf\u00e4ngen des Transformationsbegriffs steht, wird das entsprechende Paradigma hier relativ ausf\u00fchrlich dargestellt. Ovid dekliniert in den <em>Metamorphosen<\/em> die verschiedenen (kombinatorischen) M\u00f6glichkeiten von Verwandlung durch: Ein Wesen wird in ein anderes verwandelt, ein Wesen wird geteilt in zwei, zwei Wesen werden zum einem, ein M\u00e4dchen wird zu einem Knaben, ein lebendes Wesen wird zu einem toten, etc.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Bei Langer nimmt das folgende Gestalten an:<\/p>\n<p>\u201eDie Abstammung aus einem Ursprung, so die Mischna, hat nichts mit Konformit\u00e4t zu tun. Im Gegenteil. Jeder Mensch ist ein unvergleichliches und unwiederholbares einzigartiges Gebilde, das Adam erst konkretisiert. Jede dieser Konkretisierungen transformiert Adam von einem \u201eformal-idealen\u201c zu einem \u201ematerial-realen\u201c Wesen.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Hier liegt also ein Fall einer 1-in-1-Transformation vor. Eine 1-in-2-Transformation findet sich etwas sp\u00e4ter:<\/p>\n<p>\u201eAuch wenn eine direkte \u00dcbernahme des Materials aus dem Bundahischn in die pal\u00e4stinisch-rabbinische Tradition in Genesis Rabba eher unwahrscheinlich ist, legt es sich doch nahe, dass die Vorstellung der Transformation von einem androgynen Menschen zur zweigeschlechtlichen \u2013 sexuell aufeinander bezogenen \u2013 Menschheit von indo-europ\u00e4ischen \u00dcberlieferungen beeinflusst ist, die weit verbreitet waren.\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Auch der umgekehrte Fall, eine 2-in-1-Transformation wird von Langer beschrieben, allerdings im Anschluss an eine vorangegangene 1-in-2-Metamorphose:<\/p>\n<p>\u201eEs findet also eine doppelte Transformation statt. W\u00e4hrend durch den (brutalen) Trennungsakt des einen androgynen Adam die Geschlechter entstehen, wird durch die Vereinigung \u2013 in der ehelichen Partnerschaft \u2013 der Mensch wieder zur urspr\u00fcnglichen Einheit. Darauf bezieht sich auch das biblische Bild aus Gen 2,23: \u201eUnd der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sei noch ein Beispiel f\u00fcr einen weniger eindeutig bestimmten Transformationsprozess genannt, den Langer anspricht:<\/p>\n<p>\u201eEs w\u00e4re [\u2026] verkehrt zu vermuten, dass Gott in den regul\u00e4ren Kreislauf der Welt eingreifen m\u00fcsste, um seine Sch\u00f6pfung zu erhalten. Vielmehr geht die Welt ihren Gang. Doch einen Transformationsprozess scheint er t\u00e4glich neu in Gang halten zu m\u00fcssen, den von einem ,Einsamen\u2018 zu einem ,Gemeinsamen\u2018.\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die ersteren Beispiele uns \u2013 zumindest auf den ersten Blick \u2013 sehr dem Geist vergangener Zeiten entsprungen zu sein scheinen, l\u00e4sst das letztere schon deutlich eine Verbindung mit den gesellschaftlichen Vorg\u00e4ngen erkennen, die wir heute als typische Vertreter des Begriffs der Transformation ansehen w\u00fcrden. Ein zweiter Blick auf jene Beispiele geschlechtlicher Metamorphosen l\u00e4sst aber auch an ihnen etwas Aktuelles ausmachen, sind doch das Verh\u00e4ltnis der Menschen zu ihrem Geschlecht und die M\u00f6glichkeiten, daran Ver\u00e4nderungen vorzunehmen, in den letzten Jahren zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema geworden.<\/p>\n<p>(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gesellschaftsver\u00e4nderung<\/p>\n<p>Gesellschaftsver\u00e4nderung stellt im Kontext von Religion sicher eine der Hauptbedeutungen von \u201eTransformation\u201c dar. Entsprechend zahlreich sind die Beispiele, die sich f\u00fcr Ver\u00e4nderungen der Gesellschaft im Zusammenhang mit Religion \u2013 auch in den Arbeiten von RaT-Mitgliedern \u2013 finden lassen. Es folgt daher nur eine kleine und relativ willk\u00fcrliche Auswahl.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>In seinem Aufsatz \u201eAladura: Ritualwandel in Westafrikanischen Kirchen\u201c erl\u00e4utert der Religionswissenschaftler Gerald H\u00f6dl: \u201e,Aladura\u2018 bedeutet ,Besitzer des Gebetes\u2018; das Wort spielt auf die zentrale Rolle des Gebetes und die dem gesprochenen (Gebets-)Wort zugeschriebene Kraft in [den in Westafrika entstandenen Aladura-]Kirchen an.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>\u00a0 Eine wichtige Ver\u00e4nderung, die in dem Aufsatz thematisiert wird, fasst H\u00f6dl so zusammen:<\/p>\n<p>\u201eJedenfalls aber ist der augenscheinlichste rituelle Wandel in diesen Christent\u00fcmern die starke Betonung von Riten zur Wende einer Not. [\u2026] Die genannte Verlagerung des Schwerpunktes ritueller Aktivit\u00e4ten, die es mit sich bringt, dass Tr\u00e4ume, Visionen und eigene Reinigungs- und Heilungsriten eine starke Rolle im rituellen Leben dieser Kirchen spielen, weist deutliche funktionale und strukturelle \u00c4quivalenz zu [Westafrikanischen Traditionellen Religionen] auf.\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>Hier wird unbestreitbar ein gesellschaftlicher Prozess beschrieben, allerdings ohne Verwendung des Begriffs \u201eTransformation\u201c. Eine hinsichtlich der Terminologie typische Passage widmet sich der Unterscheidung verschiedener Faktoren f\u00fcr religi\u00f6se Transformation:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eKlaus Hock unterscheidet zwischen exogenen und endogenen Faktoren f\u00fcr religi\u00f6sen Wandel. Erstere wirken von au\u00dfen auf eine Religion ein und f\u00fchren so zu deren Transformation, letztere entstehen im Gebiet der jeweiligen Religion selbst. Zus\u00e4tzlich unterscheidet Hock zwischen \u201ereligi\u00f6sen\u201c und \u201ekontextuellen\u201c Faktoren, die religi\u00f6sen Wandel bedingen und bemerkt, dass die Trennung dieser Faktoren eine mehr theoretische Angelegenheit ist, da in der religi\u00f6sen Realit\u00e4t \u201edie Ursachen des Religionswandels\u201c einander \u201ein mannigfaltiger Form\u201c bedingen und \u201evielfach ineinander verwoben\u201c sind.\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der h\u00e4ufigste der mit \u201eTransformation\u201c (ann\u00e4hernd) \u00e4quivalenten Begriffe ist in diesem Aufsatz \u201eWandel\u201c, es herrscht aber augenscheinlich eine gro\u00dfe Vielfalt: Neben \u201eWandel\u201c findet sich \u201eWende\u201c, \u201eVerlagerung des Schwerpunkts\u201c, \u201eTransformation\u201c, \u201eTransfer\u201c und diverse Zusammensetzungen wie \u201eReligionswandel\u201c.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Auch der Islamwissenschaftler R\u00fcdiger Lohlker beschreibt die Ver\u00e4nderungen, die er konstatiert, manchmal unter dem Begriff \u201eTransformation\u201c, h\u00e4ufiger aber in anderen Begriffen. Ich nenne hier jeweils ein Beispiel: In seinem Aufsatz \u201eCollective Organizers: Lone Wolves, Remote Control, and Virtual Guidance\u201d hei\u00dft es: \u201eIndeed, another example [car attacks] that illustrates the common refusal to understand that jihadis are adopting societal possibilities in their pursuit of attacking societies.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> In einer Passage aus seinem Aufsatz \u201eGeschichtstheologie aus eschatologischer Sicht\u201c dagegen wird ein, dem Typus nach \u00e4hnlicher, Adaptionsvorgang mit dem Terminus \u201eTransformation\u201c versehen: \u201eWenn auch die IS-Videoproduktion in j\u00fcngerer Zeit einer Transformation unterliegt, ist kein grunds\u00e4tzlicher R\u00fcckgang der Medienproduktion festzustellen.\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>In dem Aufsatz \u201ePolitical Protest in Asylum and Deportation\u201c von Sieglinde Rosenberger findet sich ein einleitender Abschnitt, der den Begriff \u201etransformation\u201c an den Anfang einer sozialwissenschaftlichen Beschreibung stellt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eEuropean societies have been confronted with rapid social and cultural transformation, which took on a new magnitude with the \u201clong summer of migration\u201d in 2015. In general, the perceptions and experiences of change never go uncontested; change gives rise to conflicts and struggles over collective identities, policy, and legal responses. International migration flows and related issues such as asylum and the deportation of non-citizens have grown into one of Europe\u2019s most controversial and politicized topics. Political parties campaign on these issues, but there is also political protest articulated by movements, activists, grassroots organizations and ordinary citizens. These acts of resistance are gaining in qualitative and quantitative importance. They include voices for more liberal and open stances towards migration on the one hand, and voices calling for greater deterrents and coercive policy approaches on the other.\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Auch Rosenberger geht allerdings, wie man schon anhand dieser Passage ahnen kann, eher sparsam mit dem Begriff \u201eTransformation\u201c um.<\/p>\n<p>In dem Text \u201e\u00d6ffentliche Religionen zwischen Kulturalismus und s\u00e4kularer Vernunft\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> des Juristen Stefan Hammer zeigt sich diese Tendenz noch verst\u00e4rkt: Der Term \u201eTransformation\u201c kommt \u00fcberhaupt nicht vor. Gleiches gilt f\u00fcr den ebenfalls von einem Juristen, Richard Potz, verfassten Aufsatz \u201eReligi\u00f6se Pluralisierung der Zivilgesellschaft als Herausforderung des s\u00e4kularen Rechtsstaats\u201c. Und das, obgleich beide Ver\u00f6ffentlichungen ohne Zweifel von Gesellschaftstransformationen verschiedenster Art handeln. Das einschl\u00e4gige Vokabular ist in der folgenden Passage sogar besonders variantenreich:<\/p>\n<p>Die aktuelle religi\u00f6se Pluralisierung der europ\u00e4ischen Gesellschaft stellt das Religionsrecht der europ\u00e4ischen Staaten vor neue Herausforderungen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die religi\u00f6se Pluralisierung mit einer Reihe von Ph\u00e4nomenen zusammenh\u00e4ngt, die sowohl komplement\u00e4r als auch antagonistisch und manchmal beides zugleich wirken. Dazu geh\u00f6ren nicht nur die unterschiedlichen S\u00e4kularisierungsprozesse, [\u2026] sondern eine Reihe weiterer Kategorien, wie Sakralisierungen bzw. Re-Sakralisierungen, neue Formen der Verkirchlichung und die Pr\u00e4senz von Religion in Politik und der zivilgesellschaftlichen \u00d6ffentlichkeit. All dies spielt sich zus\u00e4tzlich vor der Kulisse einer rasant zunehmenden medialen Aufmerksamkeit ab, sodass all die genannten Prozesse durch mediales Heranzoomen oft eine \u00fcberproportionale Sichtbarkeit erlangen.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Insgesamt l\u00e4sst sich feststellen, dass in den Sozialwissenschaften nahestehenden Arbeiten \u2013 zumindest jenen der RaT-Mitglieder \u2013 Gesellschaftstransformationen zwar ohne Zweifel der Gegenstand der Untersuchung sind, der Begriff der \u201eTransformation\u201c aber eher zur\u00fcckhaltend gebraucht wird \u2013 sehr im Unterschied, wie wir noch konstatieren werden, zu den Autoren, die Textexegese betreiben.<\/p>\n<p>(3)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Selbst-\/Lebensvervollkommnung<\/p>\n<p>Bei diesem Verst\u00e4ndnis von \u201eTransformation\u201c handelt es sich, so k\u00f6nnte man sagen, um ein genuin didaktisches. Keineswegs jedoch trifft man es nur in der Forschung zur Didaktik an. Hans Gerald H\u00f6dl etwa stellt im Vorwort des von ihm mitherausgegebenen Bandes <em>Christliche Rituale im Wandel: Schlaglichter aus theologischer und religionswissenschaftlicher Sicht<\/em> die transformative Funktion von Ritualen einer nur konfirmativen gegen\u00fcber:<\/p>\n<p>\u201eRituale sind, entgegen den Voraussagen mancher Beobachter, nicht ausgestorben, haben sich aber gewandelt \u2013 ein wesentlicher Einwand gegen die Idee, dass Rituale gerade durch ihre Unwandelbarkeit charakterisiert sind. In der zeitgen\u00f6ssischen Ritualforschung sind hier die Begriffe der \u201eRitualkritik\u201c und der \u201eRitualdynamik\u201c ins Treffen gef\u00fchrt worden; die transformative \u2013 nicht nur: konfirmative \u2013 Funktion von Ritualen ist in spezialisierter Feldforschung schon l\u00e4nger dargetan worden.\u201c<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a><\/p>\n<p>(4)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ver\u00e4nderungen von Texten<\/p>\n<p>Marianne Grohmann charakterisiert in ihrem Aufsatz \u201eRezeption und \u00dcbersetzung. J\u00fcdische und christliche Transformationen der Hebr\u00e4ischen Bibel\u201c einen Transformationsprozess, der das eben besprochene Motiv der Lebensvervollkommnung mit jenem der Hermeneutik von Texten verbindet:<\/p>\n<p>\u201eDer Transformationsprozess ist ein doppelter: Einerseits werden Bibeltexte dadurch transformiert, dass ihr feststehender Konsonantenbestand auf unterschiedliche Weise vokalisiert wird. Andererseits werden die Texte der Hebr\u00e4ischen Bibel von den Rabbinen herangezogen, um die Halacha, die konkrete Lebenspraxis, zu transformieren.\u201c<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>Hier kommt in einem kurzen Absatz der Ausdruck \u201eTransformation\u201c bzw. \u201etransformieren\u201c gleich dreimal vor. Ein weiterer Aufsatztitel von Grohmann lautet \u201eLiterarische Transformationen sexueller Gewalt in der Hebr\u00e4ischen Bibel\u201c<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>. Jako Deibl kommentiert eine Passage aus Rilkes <em>Stundenbuch<\/em> mit: \u201eDann ereignet sich eine Transformation der Sprache in ein Gebet.\u201c<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> Generell l\u00e4sst sich beobachten, dass Exegeten den Ausdruck \u201eTransformation\u201c h\u00e4ufiger und unbefangener zu verwenden scheinen, und es l\u00e4sst sich vermuten, dass das daher r\u00fchrt, dass der Begriff in den Sozialwissenschaften semantisch fester gebunden ist.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>(5)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00dcbertragung, Abbildung<\/p>\n<p>Dieses Paradigma findet ein sehr heterogenes Feld von Anwendungen. Den Spezifizierungen, wer was worauf und zu welchem Zweck \u00fcbertr\u00e4gt, sind nahezu keine Grenzen gesetzt: Kurt Appel spricht in einem Aufsatz \u00fcber den als einer der letzten Universalgelehrten geltenden Theologen Antonio Rosmini (1797-1855) und dessen Kritik an der Kirche von \u201eTransformation der Kritikpunkte Rosminis in die Gegenwart\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a>. Ebenso bei Appel finden sich folgende Belege f\u00fcr \u201eTransformation\u201c:<\/p>\n<p>\u201eWeiters ist die Pyramide errichtet, um den Tod zu verbergen. Das Enigma des Todes ist es also, an dem das Ich seinen radikalen Selbstentzug erleidet und den es in einer weiteren Transformation festh\u00e4lt als Undurchdringlichkeit des Zeichens, wie sie die Hieroglyphe charakterisiert.\u201c<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>\u201eWie in der eucharistischen Wandlung die durch Brot und Wein gestaltete Seinsordnung ganz in den K\u00f6rper Jesu transformiert wird, vollzieht sich hier eine Transformation von d\u00e4monischer W\u00fcste in die eschatologische, d. h. festliche Versammlung des befreiten Gottesvolkes.\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a><\/p>\n<p>Die Beispiele sind bewusst alle vom selben Autor gew\u00e4hlt, da besonders augenscheinlich wird, wie vielf\u00e4ltig die Verwendung von Transformation unter diesem Paradigma ist, wenn sich schon bei einem einzelnen Autor derart verschiedene Anwendungsbereiche finden lassen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>4) Ein allgemeiner Begriff von Transformation?<\/strong><\/p>\n<p>Als Befund l\u00e4sst sich festhalten, dass es (in den Wissenschaften) sehr viele spezielle Verwendungen von \u201eTransformation\u201c gibt. Der Versuch, sie unter gewisse Paradigmen zu subsumieren, endet mit einer immer noch erklecklichen Anzahl solcher Paradigmen. Unter diesen ist Gesellschaftstransformation wohl das prominenteste und am weitesten verbreitete, keineswegs aber umfassend genug, um alle auftretenden F\u00e4lle abzudecken.<\/p>\n<p>Im Bem\u00fchen um eine tats\u00e4chlich allgemeine \u2013 im Sinn von: alle F\u00e4lle einschlie\u00dfende \u2013 Definition von \u201eTransformation\u201c sieht man sich der Gefahr ausgesetzt, in Beliebigkeit zu m\u00fcnden: \u201eTransformation [ist] tats\u00e4chlich ein Alltagswort, denn wo wird nicht etwas umgewandelt und umgeformt.\u201c<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> Allerdings liegt in einer gro\u00dfen Allgemeinheit eben auch ein Potential: \u201eDie Karriere des Begriffs ist atemberaubend. Und es ist sicher zu einem gro\u00dfen Teil gerade diese Beliebigkeit, welche die Mode macht, denn \u201asexy\u2018 ist der Begriff nun wahrlich nicht. Er strahlt eher eine Langeweile aus [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> Einen generischen Begriff von Transformation zu finden oder festzulegen, der auf alle Bereiche anwendbar<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> und dennoch nicht beliebig ist, h\u00e4tte zumindest den Sinn, gemeinsame Aspekte von Ver\u00e4nderungen in verschiedenen Bereichen erkennbar werden zu lassen.<\/p>\n<p>Ein Vorschlag f\u00fcr eine solche Festlegung k\u00f6nnte etwa sein, <em>Transformation als<\/em> eine <em>Ver\u00e4nderung zwischen den Extremen \u201eTranssubstantiation\u201c<\/em><a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><em> und \u201eVer\u00e4nderung unbedeutender Akzidenzien\u201c<\/em> zu verstehen. Der Begriff w\u00fcrde also verwendet werden, wenn man weder sagen m\u00f6chte, dass eine Sache aufh\u00f6rt zu sein und durch eine andere ersetzt wird bzw. eine andere wird, noch, dass die Sache gleichgeblieben ist bzw. immer noch dieselbe Sache ist (nur ein paar Marginalien ver\u00e4ndert sind). Die zwei Extreme, die dann mit dem Begriff Transformation eben <em>nicht<\/em> gemeint w\u00e4ren, seien an einem Beispiel veranschaulicht: Wenn der Untersuchungsgegenstand die Bev\u00f6lkerung in einer bestimmten Region ist, dann w\u00e4re eine V\u00f6lkerwanderung, in der die gesamte Bev\u00f6lkerung durch eine andere ersetzt w\u00fcrde, eine \u201eTranssubstantiation\u201c; eine \u00c4nderung der N\u00e4chtigungszahlen in Hotels von einem Tag auf einen anderen dagegen nur eine \u201eVer\u00e4nderung unbedeutender Akzidenzien\u201c. Der Begriff in seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung von \u201eMetamorphose\u201c exemplifiziert ebenfalls dieses Verst\u00e4ndnis: Wenn bei Ovid eine Verwandlung einer Jungfrau \u2013 Daphne \u2013 in einen Baum stattfindet, so liegt dem auch die Vorstellung zu Grunde, dass man es immer noch mit dem selben Wesen zu tun hat, das aber doch in existentiell bedeutsamer Weise ver\u00e4ndert wurde.<\/p>\n<p>Auch in den oben angef\u00fchrten Textpassagen aus den Sozialwissenschaften, insbesondere aus der Arbeit von Sieglinde Rosenberger, handelte es sich, diesem Verst\u00e4ndnis zufolge, tats\u00e4chlich um Transformationen, denn die Migrationsbewegungen in Europa, von denen dort die Rede ist, sind weder marginale Ver\u00e4nderungen noch werden die Identit\u00e4ten der Kulturen und Gesellschaften v\u00f6llig ausgewechselt; was sich ereignet, liegt eben <em>zwischen<\/em> diesen Extremen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur in den Sozialwissenschaften passt dieses Verst\u00e4ndnis des Begriffs \u201eTransformation\u201c zu der tats\u00e4chlichen Verwendungsweise. Anhand des Aufsatzes \u201eDie Realisierung des religi\u00f6sen Heils in der Geschichte. Anmerkungen zur Transformation des Gottesgeistes zwischen Reformation und Aufkl\u00e4rung\u201c des systematischen Theologen Christian Danz l\u00e4sst sich die Ad\u00e4quatheit und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer solchen Auffassung von \u201eTransformation\u201c gut zeigen. Danz beschreibt das Selbstverst\u00e4ndnis der christlichen Religion, insbesondere des Protestantismus zu Anfang des 19. Jahrhunderts:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eUm 1800 kam es in der Tat zu vielf\u00e4ltigen, sich wechselweise \u00fcberlagernden Transformationen und Neudeutungen der \u00fcberlieferten christlichen Religion, deren soziokulturelle Voraussetzungen nicht minder vielschichtig sind als die Formen, in denen die Religion sich Ausdruck schaffte. Die einsetzende gesellschaftliche Modernisierung f\u00fchrte dazu, dass f\u00fcr die Gebildeten die \u00fcberlieferten Begriffe der Gottheit nicht mehr zu genie\u00dfen waren [\u2026]. Durch einlinige Deutungsmuster wie S\u00e4kularisierung oder Entkirchlichung etc. k\u00f6nnen die Transformationen religi\u00f6ser Semantiken sowie die vielf\u00e4ltigen religi\u00f6sen Erneuerungsbewegungen in der Sattelzeit der Moderne nicht angemessen erfasst werden. [\u2026] Mit der von Troeltsch diagnostizierten Umformung des Protestantismus in der Aufkl\u00e4rung [\u2026] ist der problemgeschichtliche Horizont der nachfolgenden \u00dcberlegungen angedeutet. Am Schicksal der Lehre vom Heiligen Geist wird die Transformation des Protestantismus in den Blick genommen.\u201c<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Diese Bestandsaufnahme legt es nahe, dass man hier weder sagen wird wollen: \u201eDer Protestantismus ist nicht mehr Protestantismus\u201c, noch: \u201eDer Protestantismus ist eigentlich derselbe geblieben, ge\u00e4ndert haben sich nur einige unbedeutende Akzidentien\u201c,<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> sondern es entsteht \u2013 vermittelt \u00fcber den Begriff der Transformation \u2013 das Bild eines Vorgangs, f\u00fcr den das Dazwischen wesentlich ist.<\/p>\n<p>An diesem Textst\u00fcck l\u00e4sst sich auch die am Anfang dieses Abschnitts angesprochene Funktion eines allgemeinen Begriffs von Transformation demonstrieren: Er ist, da allgemein, auf verschiedene Felder anwendbar und wird von Christian Danz auch tats\u00e4chlich auf die zwar verwandten, aber doch verschiedenen Bereiche Religion (\u201eTransformationen und Neudeutungen der \u00fcberlieferten christlichen Religion\u201c), Semantik (\u201eTransformationen religi\u00f6ser Semantiken\u201c) und Protestantismus (\u201eTransformation des Protestantismus\u201c) angewendet. Auf diese Weise werden die drei divergenten Felder zusammengehalten und Struktur\u00e4hnlichkeiten zwischen ihnen sichtbar gemacht.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>5) Religion and Transformation (in Contemporary Society) \u2013 Modelle<\/strong><\/p>\n<p>Bisher wurde der Begriff \u201eTransformation\u201c weitgehend unabh\u00e4ngig von seinem Anwendungsgebiet untersucht, durch die Wahl der Beispiele wurde allerdings ein Bezug zu Religion hergestellt. Im folgenden abschlie\u00dfenden Abschnitt soll nun das Verh\u00e4ltnis zwischen Religion und Transformation explizit behandelt werden.<\/p>\n<p>Wenn von \u201ereligion and transformation\u201c die Rede ist, so stellt diese Formulierung die beiden Begriffe in eine unbestimmtere Beziehung als es etwa \u201ereligious transformation\u201c tun w\u00fcrde. Die sich aus dieser Freiheit ergebenden m\u00f6glichen Konstellationen des Verh\u00e4ltnisses von Religion und Transformation sollen in Form von Modellen ausgeleuchtet werden.<\/p>\n<p>Das zugrunde gelegte Modell (M) soll zun\u00e4chst nur klarstellen, dass mindestens dreierlei Transformationen eine Rolle spielen: Transformationen innerhalb von Religionen, innerhalb (s\u00e4kularer) Gesellschaften und zwischen Religionen und Gesellschaften. Nat\u00fcrlich lassen sich diese Prozesse keineswegs trennen, es geht hier nur um ein modellhaftes Erfassen als m\u00f6gliche Basis f\u00fcr Strukturierungen von \u00dcberlegungen und Untersuchungen.<\/p>\n<p>(M)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-871\" src=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-1-beitrag-ramharter.jpg\" alt=\"Grafik 1 Beitrag Ramharter\" width=\"4093\" height=\"2303\" \/><\/p>\n<p>Transformation<sub>2<\/sub> kann selbstverst\u00e4ndlich auch in die andere Richtung erfolgen bzw. untersucht werden (etwa, wenn man sich die Frage stellt: Wie m\u00fcssen s\u00e4kulare Inhalte transformiert werden, damit sie in Religionen ankommen k\u00f6nnen?). Und ebenso selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen auch mehrere Religionen involviert sein. Wenn Kurt Appel ein Pl\u00e4doyer daf\u00fcr formuliert, \u201edie Stimmen der Migranten in [Europa] zu h\u00f6ren und einen neuen Friedensnarrativ einer geteilten \u00d6ffentlichkeit von Menschen j\u00fcdisch-christlicher, s\u00e4kularer und muslimischer Tradition zu formulieren\u201c,<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> dann ist gewiss eine solche vielstimmige Transformation angesprochen.<\/p>\n<p>Transformation<sub>1<\/sub> steht h\u00e4ufig f\u00fcr sich genommen im Fokus, z.B. \u00dcbersetzungen und Hermeneutik von Hl. Schriften.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> In der Regel wird jede solche Transformation aber auch Auswirkungen auf gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge haben. Sie kann gleichgerichtet mit der Entwicklung der Gesellschaft \u2013 Transformation<sub>3<\/sub> \u2013 ablaufen (M1),<\/p>\n<p>(M1)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-870\" src=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-2-beitrag-ramharter.jpg\" alt=\"Grafik 2 Beitrag Ramharter\" width=\"4093\" height=\"2303\" \/><\/p>\n<p>etwa wenn Religion \u201emit der Zeit gehen m\u00f6chte\u201c, wenn es also Tendenzen in einer Religion gibt, sich neueren gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen.<\/p>\n<p>Transformation<sub>1<\/sub> kann aber auch gegengerichtet von statten gehen (M2),<\/p>\n<p>(M2)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-869\" src=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-3-beitrag-ramharter.jpg\" alt=\"Grafik 3 Beitrag Ramharter\" width=\"4093\" height=\"2303\" \/><\/p>\n<p>z.B. wenn fundamentalistische Bewegungen innerhalb von Religionen auf gr\u00f6\u00dfere sexuelle Freiheiten in einer Gesellschaft mit besonders strikten Regelungen f\u00fcr das Leben von Jugendlichen reagieren.<\/p>\n<p>Hinzuweisen ist hier noch darauf, dass Transformation<sub>1<\/sub> und Transformation<sub>3<\/sub> keineswegs synchron ablaufen m\u00fcssen (\u00fcberhaupt nicht zur selben Zeit),<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a> und doch gleich- bzw. gegengerichtet sein k\u00f6nnen. Gesellschaftliche Entwicklungen wirken sich oft erst mit sehr gro\u00dfer Verz\u00f6gerung auf Religionsgemeinschaften aus.<\/p>\n<p>Eine dritte Variante von Modell (M) repr\u00e4sentiert die Vorstellung, dass Religion <em>im Kern<\/em> unver\u00e4ndert bleibt (M3).<\/p>\n<p>(M3)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-868\" src=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-4-beitrag-ramharter.jpg\" alt=\"Grafik 4 Beitrag Ramharter\" width=\"4093\" height=\"2303\" \/><\/p>\n<p>Zugrunde liegt einem solchen Religionsverst\u00e4ndnis meist die Vorstellung eines ewig-gleichen Gottes. Zwar wird in der gesellschaftlichen Realit\u00e4t kaum eine Religion anzutreffen sein, die tats\u00e4chlich keinerlei \u00c4nderung unterliegt, als Denkfigur bzw. Religionsverst\u00e4ndnis ist diese Auffassung jedoch wichtig und auch sicher wirkm\u00e4chtig. (F\u00fcr die Unterscheidung von zwei Betrachtungsebenen, die hier notwendig ist, siehe das Ende dieses Aufsatzes.)<\/p>\n<p>Gegen eine solche Auffassung von Religion richtet sich die von Gianni Vattimo und Pier Aldo Rovatti entwickelte Konzeption des \u201eschwachen Denkens\u201c (\u201e<em>pensiero debole<\/em>\u201c). Jakob Deibls Aufsatz \u201eDie <em>kenosis<\/em> des Absoluten als Ausgangspunkt f\u00fcr eine Re-Narration Europas bei Gianni Vattimo\u201c, in dem er das \u201eschwache Denken\u201c in Zusammenhang mit der Johannes-Apokalypse bringt, stellt einen Fall dar, an dem sich einige der \u00dcberlegungen hinsichtlich der Richtungen der Transformationen konkretisieren lassen. Zun\u00e4chst zeigt sich n\u00e4mlich schon bei der Lekt\u00fcre von Vattimo selbst eine interessante Unbestimmtheit in Bezug auf die Richtung von Transformation<sub>2<\/sub>. Wenn Vattimo, mit Deibl gesprochen, meint \u201edass es heute nicht mehr m\u00f6glich ist, ohne Weiteres von Gottes absoluter Macht zu sprechen \u2013 und zwar nicht nur dort, wo man die (aufgekl\u00e4rte) Position eines kritischen Denkens einnehmen m\u00f6chte, sondern im religi\u00f6sen Vollzug selbst scheint diese Rede fragw\u00fcrdig geworden zu sein\u201c,<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a> dann k\u00f6nnte man den Verdacht haben, dass hier eine gesellschaftlich geschw\u00e4chte Religion (das in Europa schwindende Christentum) auf seine Schw\u00e4chung damit reagiert, dass es dieses Faktum in seine Theorie gleichsam einbaut. Und Vattimo w\u00fcrde das wohl auch gar nicht abstreiten. Er gilt jedoch als sehr einflussreich und seine Philosophie als sehr innovativ und wirkm\u00e4chtig, sodass ihr ein Einfluss auf die Gesellschaft nicht abgesprochen werden wird k\u00f6nnen. Man w\u00fcrde ihr gewiss Unrecht tun, wenn man in ihr nur ein \u201eTransformationsprodukt\u201c gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen s\u00e4he. Nicht nur die Richtung von Transformation<sub>2<\/sub> ist damit uneindeutig, sondern auch die Gleich- oder Gegengerichtetheit von Transformation<sub>1<\/sub> und Transformation<sub>3<\/sub>. Denn w\u00e4hrend zun\u00e4chst Vattimos \u201eSchw\u00e4chung\u201c des Gottesbegriffs zur Schw\u00e4chung der gesellschaftlichen Position der Religion analog verl\u00e4uft, ist es durchaus denkbar, dass seine Philosophie das Christentum f\u00fcr Menschen attraktiv macht, die es sonst abgelehnt h\u00e4tten, und er damit eine gesellschaftliche Transformation anst\u00f6\u00dft, die der Denkrichtung der \u201eSchw\u00e4chung\u201c entgegensetzt von statten geht. Wenn Deibl nun die Johannes-Apokalypse aufruft als \u201eoffenen Schluss der Bibel\u201c, die \u201eabgeschlossen [\u2026] nur [ist] in der \u00d6ffnung ihres Textes f\u00fcr dessen Interpretation\u201c und sie als \u201eKritik an jeglichen totalisierenden Phantasmen und den Versuchen, einen absoluten Standpunkt in der Geschichte vorauszusetzen\u201c<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> mit dem \u201eschwachen Denken\u201c Vattimos in Verbindung bringt, dann wird eine, wie oben angesprochen, zun\u00e4chst von gesellschaftlichen Wirkungen unabh\u00e4ngige Transformation<sub>1<\/sub> \u2013 die Re-Lekt\u00fcre der Johannes-Offenbarung \u2013 in einen gesellschaftlich unmittelbar relevanten Kontext eingebracht.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Transformation<sub>2<\/sub> k\u00f6nnte man grunds\u00e4tzlich immer als didaktischen Vorgang begreifen oder zumindest didaktische Vorg\u00e4nge als einen Spezialfall von Transformation<sub>2<\/sub> erachten. Eine um einen Faktor komplexere Variante (M-D) des Modells (M) ergibt sich allerdings, wenn man mit einbezieht, dass auch die Didaktik selbst Transformationsprozessen unterliegt: <a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a><\/p>\n<p>(M-D)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-867\" src=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter.png\" alt=\"Grafik 5 Beitrag Ramharter\" width=\"4093\" height=\"2303\" srcset=\"https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter.png 4093w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-300x169.png 300w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-1024x576.png 1024w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-768x432.png 768w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-1536x864.png 1536w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-2048x1152.png 2048w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-520x292.png 520w, https:\/\/rat-blog.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-5-beitrag-ramharter-610x343.png 610w\" sizes=\"auto, (max-width: 4093px) 100vw, 4093px\" \/><\/p>\n<p>Die senkrechten Pfeile k\u00f6nnen auch gegenl\u00e4ufig sein, meistens aber weisen sie in didaktischen Kontexten wohl in die gleiche Richtung. Die waagrechten Pfeile k\u00f6nnen jeweils in beide Richtungen zeigen. F\u00fcr empirische didaktische Forschung, insbesondere <em>Grounded Theory<\/em>, ist es essentiell, dass die Transformationen von der Didaktik zur Schule und von der Schule in die Didaktik, also in beide Richtungen erfolgen.<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a><\/p>\n<p>In der von Martin Rothgangel thematisierten Trias politischer Aufbruch der 60er Jahre \u2013 gesellschaftskritisch verstandene Religion (S\u00f6lle, Metz,\u2026) \u2013 problemorientierter Religionsunterricht (Nipkow, Gloy,\u2026)<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> l\u00e4sst sich sehr deutlich jene <em>gleichgerichtete<\/em> Transformation der Bereiche Gesellschaft \u2013 Religion \u2013 Didaktik erkennen, die zumindest f\u00fcr die christliche Religion in Westeuropa in der j\u00fcngeren Vergangenheit und Gegenwart im Gro\u00dfen und Ganzen typisch sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Dass gegengerichtete oder zumindest widerst\u00e4ndige Transformationen aber durchaus nicht nur als negativ, destruktiv oder reaktion\u00e4r verstanden werden sollten, argumentiert Andrea Lehner-Hartmann in ihrem Aufsatz \u201eDem Widerst\u00e4ndigen Raum geben. (Religi\u00f6ses) Lernen jenseits gesellschaftlicher Einpassung\u201c. Zwar zeigen verweigernde Reaktionen wie psychische und physische Erkrankungen, Lernverweigerung oder St\u00f6ren des Unterrichts \u201ean, dass etwas nicht verstanden wird, dass etwas nicht in Ordnung ist oder dass die Leistungserwartungen \u00fcberfordernd sind.\u201c<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> Der Widerstand kann aber auch<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201evor allem den Lehrenden wie den Bildungsinstitutionen zu lernen geben. Weniger dadurch, dass hektisch nach immer neuen Angeboten und Techniken gesucht wird, sondern dass dem Z\u00f6gern, Unterbrechen, Verweigern, Verlangsamen, Tr\u00f6deln eine eigene Dignit\u00e4t zuerkannt wird. In einer leistungsorientierten Gesellschaft mutet dies zun\u00e4chst irritierend an. Besinnt man sich aber auf einen Wesenszug von Schule, der sich mit Mu\u00dfe charakterisieren l\u00e4sst, dann erh\u00e4lt diese \u00dcberlegung durchaus rettend-bewahrenden Charakter in Bezug auf schulisches Lernen. Religi\u00f6sem Lernen kommt dabei eine besondere Rolle zu. Dem Nachdenken \u00fcber Gott und Welt entspricht weniger ein produktorientiertes Vorgehen als ein langsames Sehen und versenkendes Lauschen.<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Abschlie\u00dfend seien noch zwei Beispiele genannt, die deutlich machen, dass bzw. inwiefern alle skizzierten Modelle eben <em>nur Modelle<\/em> sind, die erg\u00e4nzt, vervielfacht, erweitert oder auf andere Arten modifiziert werden m\u00fcssen (die aber doch, wie ich hoffe, einen wesentlichen gemeinsamen Zug verschiedener Forschungen treffen).<\/p>\n<p>Das von Peter Biel und Martin Rothgangel entwickelte Konzept der \u201edidaktischen Strukturen\u201c beruht darauf, dass sich aus (als ganze genommen nicht mehr haltbaren) fachdidaktischen Konzeptionen Strukturen herausdestillieren lassen, die weiter ihre Berechtigung haben. Zumindest f\u00fcr Christentum, Judentum, Islam h\u00e4lt Rothgangel drei Kategorien f\u00fcr wesentlich, denen jeweils eine andere didaktische Struktur am besten gerecht wird: F\u00fcr den Umgang mit der grundlegenden Tradition (Bibel, Koran,\u2026) erweist sich die hermeneutische Struktur als ad\u00e4quat, mit Ritualen und Symbolen die symboldidaktische Struktur und mit sittlichen Weisungen (Bergpredigt, 10 Gebote,\u2026) die problemorientierte Struktur.<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a> F\u00fcr das Modell (M-D) bedeutet das, dass die Transformationen von der Didaktik zur \u201eGesellschaft\u201c (Schule) (die \u201ewaagrechten\u201c Transformationen) hier von dreierlei Art w\u00e4ren, das Modell also vervielfacht werden muss, sobald \u2013 in diesem Fall \u2013 die Transformationen zwischen den (sich) transformierenden Gr\u00f6\u00dfen \u201eReligion\u201c und \u201eGesellschaft\u201c via Didaktik ausdifferenziert werden.<\/p>\n<p>Anhand der Forschung zum Millenarismus<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a> kann man sich deutlich machen, dass \u2013 unabh\u00e4ngig davon, welcher der F\u00e4lle (M1), (M2), (M3) oder auch (M-D) vorliegt \u2013 noch zwei Ebenen unterschieden werden m\u00fcssen, auf denen eine solche Struktur anzutreffen sein kann: Die beiden Ebenen sind einerseits jene der Perspektive der involvierten Akteure, die Gegenstand der Forschung ist, und andererseits die Ebene der Sicht der Forscher selbst. W\u00e4hrend die Forscher den Millenarismus<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> als eine \u00dcberzeugung innerhalb religi\u00f6ser Str\u00f6mungen (Transformation<sub>1<\/sub>) ansehen, die auf die Entwicklung der Gesellschaft (Transformation<sub>3<\/sub>), zumindest in Europa,<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a> eher geringen Einfluss hat (Transformation<sub>2<\/sub>), sehen Verfechter irgendeiner Variante von Millenarismus die Situation definitionsgem\u00e4\u00df anders: Millenarismus impliziert, dass der Lauf der Dinge der Welt, angesichts des Bevorstehens eines bestimmten Endzustands der Welt, in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden soll, dass eine Gesellschaft \u201eau\u00dferhalb der Religion\u201c letztlich aufh\u00f6ren muss zu existieren. Lukas Pokorny schreibt in seinem Aufsatz \u201eMillenarian Retrospects and Prospects: The Post-Mun Unification Movement in Austria\u201c eingangs sehr allgemein \u00fcber die Vereinigungsbewegung:<\/p>\n<p>\u201eThe very essence of Unification thought is the pursuit of transformation; humankind\u2019s transition from asebeia to eusebeia, or the change towards a better world entrenched in godliness and familial piety in keeping with the Unificationist ideal of \u2018one family under God\u2019 (hananim arae han kajok).\u201c<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr einen Anh\u00e4nger einer Version von Millenarismus ist Transformation<sub>3<\/sub> also in wesentlicher Hinsicht immer schon eine Transformation<sub>1<\/sub> \u2013 eine Sichtweise, die sich von jener der Forscher offensichtlich unterscheidet und somit unterschiedliche Modelle f\u00fcr die beiden Ebenen erforderlich macht.<\/p>\n<p>Die nachfolgende Aufstellung soll exemplarisch belegen, in wie vielf\u00e4ltiger Weise der Topos \u201eTransformation\u201c in den Publikationen von RaT seinen Niederschlag findet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herangezogene Beitr\u00e4ge von RaT-Mitgliedern<\/strong><\/p>\n<p>Appel, Kurt: Der <em>Text als Subjekt<\/em>. Methodische \u00dcberlegungen zum vorliegenden Band, in: Kurt Appel (ed.): <em>Preis der Sterblichkeit. Christentum und Neuer Humanismus<\/em> (QD 271). Freiburg: Herder 2015, pp. 14\u201360.<\/p>\n<p>Appel, Kurt: Entsakralisierung als Heiligung der Kirche. <em>Rosminis Diagnose<\/em> der Plagen der Kirche und ihre gegenw\u00e4rtige Aktualit\u00e4t, in: <em>Rosmini-Studies<\/em> 5 (2018), pp. 35\u201348.<\/p>\n<p>Appel, Kurt: <em>Religion und Zivilgesellschaft<\/em> &#8211; Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen neuen Narrativ, in: <em>Newsletter f\u00fcr Engagement und Partizipation in Europa <\/em>(Bundesnetzwerk B\u00fcrgergesellschaftliches Engagement), Nr. 4 (2017).<\/p>\n<p>Appel, Kurt: Vom <em>Preis des Gebets<\/em>, in: Kurt Appel (ed.): <em>Preis der Sterblichkeit. Christentum und Neuer Humanismus<\/em> (QD 271). Freiburg: Herder 2015, pp. 186\u2013228.<\/p>\n<p>Danz, Christian: Die <em>Realisierung des religi\u00f6sen Heils<\/em> in der Geschichte. Anmerkungen zur Transformation des Gottesgeistes zwischen Reformation und Aufkl\u00e4rung, in: Hans Schelkshorn\/Herman Westerink (ed.): <em>Transformation(en) und Moderne. <\/em><em>Philosophisch-theologische Erkundungen<\/em> (<em>Religion and Transformation in Contemporary European Society<\/em> 12). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R unipress 2017, pp. 45\u201359.<\/p>\n<p>Deibl, Jakob: Transformationen von<em> Religion und Europa<\/em>, in: Miroslav Kunstat\/Jaroslav Sebek\/Hildegard Schmoller (ed.): <em>Kirche, Religion und Politik in \u00d6sterreich und in der Tschechoslowakei im 20. Jahrhundert<\/em> (<em>Schriftenreihe der St\u00e4ndigen Konferenz \u00f6sterreichischer und tschechischer Historiker zum gemeinsamen kulturellen Erbe<\/em> 3). Wien: LIT 2019, pp. 65\u201379.<\/p>\n<p>Deibl, Jakob: Die <em>kenosis des Absoluten<\/em> als Ausgangspunkt f\u00fcr eine Re-Narration Europas bei Gianni Vattimo, in: Rebekka A. Klein\/Friederike Rass (ed.): <em>Gottes schwache Macht: Alternativen zur Rede von Gottes Allmacht und Ohnmacht<\/em>. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2017, pp. 35\u201354.<\/p>\n<p>Deibl, Jakob: <em>Vom Namen Gottes<\/em> und der Er\u00f6ffnung neuer Sprachr\u00e4ume: Theologisch-sprachkritische Erw\u00e4gungen im Ausgang von Bibel, H\u00f6lderlin und Rilke, in: Kurt Appel (ed.): <em>Preis der Sterblichkeit. Christentum und Neuer Humanismus<\/em> (QD 271). Freiburg: Herder 2015, pp. 61\u2013125.<\/p>\n<p>Grohmann, Marianne: Rezeption und \u00dcbersetzung. J\u00fcdische und christliche <em>Transformationen der Hebr\u00e4ischen Bibel<\/em>, in: Marianne Grohmann\/Ursula Ragacs (ed.): <em>Religion \u00fcbersetzen. \u00dcbersetzung und Textrezeption als Transformationsph\u00e4nomene von Religion<\/em> (<em>Religion and Transformation in Contemporary European Society<\/em> 2). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R Unipress 2012, pp. 13\u201330.<\/p>\n<p>Grohmann, Marianne\/Siquans, Agnethe: Literarische Transformationen <em>sexueller Gewalt <\/em>in der Hebr\u00e4ischen Bibel, in:<em> Religion, Transformation, and Gender. <\/em><em>Interdisciplinary Journal for Religion and Transformation in Contemporary Society<\/em> 3 (2\/2017), pp. 157\u2013184.<\/p>\n<p>Hammer, Stefan: \u00d6ffentliche Religionen zwischen Kulturalismus und s\u00e4kularer Vernunft, in: Kurt Appel\/Isabella Guanzini (ed.): <em>Europa mit oder ohne Religion? <\/em><em>II<\/em> (<em>Religion and Transformation in Contemporary European Society<\/em> 10). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R Unipress 2016, pp. 167\u2013180.<\/p>\n<p>H\u00f6dl, Hans Gerald: \u201e<em>Aladura<\/em>: Ritualwandel in Westafrikanischen Kirchen\u201c, in: Hans Gerald H\u00f6dl\/Johann Pock\/Teresa Schweighofer (ed.): <em>Christliche Rituale im Wandel: Schlaglichter aus theologischer und religionswissenschaftlicher Sicht<\/em> (<em>Wiener Forum f\u00fcr Theologie und Religionswissenschaf<\/em>t 14). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R Unipress 2017, pp. 41\u201361.<\/p>\n<p>Gerhard Langer: <em>Der geteilte Mensch<\/em>. Einige Gedanken zu Sch\u00f6pfung, Transformation und Geschlecht in der rabbinischen Tradition, in: <em>Religion, Transformation, and Gender<\/em>. <em>Interdisciplinary Journal for Religion and Transformation in Contemporary Society<\/em> 3 (2\/2017), pp. 185\u2013213.<\/p>\n<p>Lehner-Hartmann, Andrea: <em>Dem Widerst\u00e4ndigen Raum geben<\/em>. (Religi\u00f6ses) Lernen jenseits gesellschaftlicher Einpassung, in: Thomas Krobath\/Andrea Lehner-Hartmann\/ Regina Polak (ed.): <em>Anerkennung in religi\u00f6sen Bildungsprozessen. Interdisziplin\u00e4re Perspektiven<\/em> (<em>Wiener Forum f\u00fcr Theologie und Religionswissenschaft<\/em> 8). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R Unipress 2013, pp. 165\u2013176.<\/p>\n<p>Lohlker, R\u00fcdiger: <em>Collective Organizers<\/em>: Lone Wolves, Remote Control, and Virtual Guidance, in: R\u00fcdiger Lohlker (ed.): <em>World Wide Warriors: How Jihadis Operate Online<\/em> (<em>Religion and Transformation in Contemporary European Society<\/em> 14). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R Unipress 2019, pp. 9\u201341.<\/p>\n<p>Lohlker, R\u00fcdiger: <em>Geschichtstheologie <\/em>aus eschatologischer Sicht, in: R\u00fcdiger Lohlker (ed.): <em>Arabische Miszellen. Studien zur arabischen Welt<\/em> (<em>Schriftenreihe Schriften zur Kulturwissenschaft<\/em>). Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2019, pp. 3\u201320.<\/p>\n<p>Pokorny, Lukas: <em>Millenarian Retrospects and Prospects<\/em>: The Post-Mun Unification Movement in Austria, in: Hans Gerald H\u00f6dl\/Lukas Pokorny (ed.): <em>Religion in Austria<\/em>, Vol. 2. Wien: Praesens 2014, pp. 127\u2013179.<\/p>\n<p>Pokorny, Lukas: The <em>Millenarian Myth Ethnocentrized<\/em>: The Case of East Asian New Religious Movements, in: Nickolas P. Roubekas\/Thomas Ryba (ed.): <em>Explanation and Interpretation: Theorizing About Religion and Myth.<\/em> Leiden \u2013 Boston: Brill, im Erscheinen.<\/p>\n<p>Potz, Richard: Religi\u00f6se Pluralisierung der Zivilgesellschaft als Herausforderung des s\u00e4kularen Rechtsstaats, in: Kurt Appel\/Isabella Guanzini (ed.): <em>Europa mit oder ohne Religion? <\/em><em>II<\/em> (<em>Religion and Transformation in Contemporary European Society<\/em> 10). G\u00f6ttingen: Vienna University Press bei V&amp;R Unipress 2016, pp. 151\u2013165.<\/p>\n<p>Rosenberger, Sieglinde: <em>Political Protest<\/em> in Asylum and Deportation, in: Sieglinde Rosenberger\/Verena Stern\/Nina Merhaut (ed.): <em>Protest Movements in Asylum and Deportation<\/em>. Cham: Springer 2018, pp. 3\u201325.<\/p>\n<p>Rothgangel, Martin\/Bayrhuber, Horst (Hg.): Auf dem Weg zu einer Allgemeinen Fachdidaktik: <em>Allgemeine Fachdidaktik<\/em>, Vol. 1. M\u00fcnster \u2013 New York: Waxmann 2017.<\/p>\n<p>Rothgangel, Martin: Religionsp\u00e4dagogische Konzeptionen und <em>didaktische Strukturen<\/em>, in: Martin Rothgangel\/Gottfried Adam\/Rainer Lachmann (ed.): <em>Religionsp\u00e4dagogisches Kompendium<\/em>. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2013, pp. 73\u201391.<\/p>\n<p>Rothgangel, Martin\/Schelander, Robert: <em>Sch\u00fcler\/in<\/em> \u2013 Empirische Methoden zur Wahrnehmung, in: Martin Rothgangel\/Gottfried Adam\/Rainer Lachmann (ed.): <em>Religionsp\u00e4dagogisches Kompendium<\/em>. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2013, pp. 207\u2013221.<\/p>\n<p>Schelkshorn, Johann\/Wolfram, Friedrich\/Langthaler, Rudolf (ed.): <em>Religion in der globalen Moderne<\/em>. Philosophische Erkundungen. Wien: Vienna University Press 2014.<\/p>\n<p>Schelkshorn, Johann\/Ben Abdeljelil, Jameleddine (ed.): <em>Die Moderne im interkulturellen Diskurs<\/em>. Perspektiven aus dem arabischen, lateinamerikanischen und europ\u00e4ischen Denken. Weilerswist: Velbr\u00fcck Wissenschaft 2012.<\/p>\n<p>Schelkshorn, Johann: <em>Entgrenzungen<\/em>. Ein europ\u00e4ischer Beitrag zum Diskurs der Moderne. Weilerswist: Velbr\u00fcck Wissenschaft 2009.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Aristoteles: <em>Physik<\/em>. Vorlesung \u00fcber die Natur. (ed. Hans G\u00fcnter Zekl). Band 1: Buch I\u2013IV. Hamburg: Meiner 1986.<\/p>\n<p>Brie, Michael\/Rei\u00dfig, Rolf\/Thomas, Michael (ed.): <em>Transformation<\/em>. Suchprozesse in Zeiten des Umbruchs. M\u00fcnster u.a.: LIT 2016.<\/p>\n<p>Brie, Michael: <em>Definitionen<\/em>, historische R\u00fcckblicke und Methoden. Bemerkungen zu drei offenen Fragen der Transformationsforschung, in: Michael Brie\/Rolf Rei\u00dfig\/Michael Thomas (ed.): <em>Transformation. Suchprozesse in Zeiten des Umbruchs<\/em>, M\u00fcnster u.a.: LIT 2016, pp. 113\u2013143.<\/p>\n<p>Brunn, Moritz\/Ettrich, Frank\/Fahlbusch, Jan H.\/Kollmorgen, Raj\/Spreckelsen, Thees\/Thumfart, Alexander (ed.): <em>Transformation und Europ\u00e4isierung<\/em>. Eigenarten und (Inter-)Dependenzen von postsozialistischem Wandel und Europ\u00e4ischer Integration, M\u00fcnster: LIT 2010.<\/p>\n<p>Faix, Tobias\/St\u00e4ngle, Gabriel: Warum wir \u00fcber <em>Transformation<\/em> reden, in: Tobias Faix\/Johannes Reimer\/Volker Brecht (ed.): <em>Die Welt ver\u00e4ndern<\/em>. Marburg: francke 2009, pp. 11\u201323.<\/p>\n<p>Grimm, Jacob und Wilhelm: Deutsches W\u00f6rterbuch. 16 Bde in 32 Teilb\u00e4nden. Leipzig 1854-1961. Online-Version vom 03.08.2019. Eintrag \u201eTransformation\u201c. [zitiert als <em>Grimm<\/em>]<\/p>\n<p>Kollmorgen, Raj\/Merkel, Wolfgang\/Wagener, Hans-J\u00fcrgen (ed.): <em>Handbuch Transformationsforschung<\/em>, Wiesbaden: Springer 2015.<\/p>\n<p>K\u00fcnkler, Tobias: Wen oder was soll <em>Gesellschaftstransformation<\/em> eigentlich transformieren? Der Beitrag der Soziologie zur Gesellschaftstransformation, in: Tobias Faix\/Johannes Reimer\/Volker Brecht (ed.): <em>Die Welt ver\u00e4ndern<\/em>. Marburg: francke 2009, pp. 111\u2013117.<\/p>\n<p>Leibfried, Stephan\/Huber, Evelyne\/Lange, Matthew\/Levy, Jonah D.\/Nullmeier, Frank\/Stephens John D. (ed.): The Oxford Handbook of <em>Transformations of the State<\/em>. Oxford: Oxford University Press 2015<\/p>\n<p>Liddell, Henry George\/Scott, Robert: A Greek-English lexicon. Oxford: Oxford Clarendon Press 1968 [zitiert als <em>Liddell&amp;Scott<\/em>]<\/p>\n<p>Lienemann-Perrin, Christine\/Lienemann, Wolfgang (ed.): <em>Kirche und \u00d6ffentlichkeit<\/em> in Transformationsgesellschaften. Stuttgart: Kohlhammer 2006.<\/p>\n<p>Rei\u00dfig, Rolf: <em>Gesellschaftstransformation<\/em> heute, in: Michael Brie\/Rolf Rei\u00dfig\/Michael Thomas (ed.): <em>Transformation. Suchprozesse in Zeiten des Umbruchs<\/em>, M\u00fcnster u.a.: LIT 2016, pp. 41\u201363.<\/p>\n<p>Thomas, Michael: <em>Transformation und Regionalisierung<\/em> \u2013 Versuch eines produktiven Umgangs mit inflation\u00e4ren Leitbegriffen, in: Michael Brie (ed.): <em>Futuring. Perspektiven der Transformation im Kapitalismus \u00fcber ihn hinaus<\/em>. M\u00fcnster: Westf\u00e4lisches Dampfboot 2014, pp. 281\u2013302.<\/p>\n<p>Thomas, Michael: <em>Im Schatten der Gro\u00dfen Transformation<\/em>, in: Michael Brie\/Rolf Rei\u00dfig\/Michael Thomas (ed.): <em>Transformation. Suchprozesse in Zeiten des Umbruchs<\/em>. M\u00fcnster u.a.: LIT 2016, pp. 13\u201339.<\/p>\n<p>Turowski, Jan: <em>Diskurs \u00fcber Transformation<\/em> \u2013 Transformation als Diskurs, in: Michael Brie\/Rolf Rei\u00dfig\/Michael Thomas (ed.): <em>Transformation. Suchprozesse in Zeiten des Umbruchs<\/em>. M\u00fcnster u.a.: LIT 2016, pp. 89\u2013111.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> F\u00fcr einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der Transformationen von Religionen verweise ich in Bezug auf Europa auf Jakob Deibls Aufsatz mit dem entsprechenden Titel \u201eTransformationen von Religion und Europa\u201c (Deibl, <em>Religion und Europa<\/em>). Zur Notwendigkeit, auch au\u00dfereurop\u00e4ische philosophische Ans\u00e4tze einzubeziehen, um ein ad\u00e4quates Bild der Globalen Moderne zu bekommen, siehe die Arbeiten von Johann Schelkshorn (z.B. <em>Religion in der globalen Moderne<\/em>,<em> Die Moderne im interkulturellen Diskurs<\/em>,<em> Entgrenzungen<\/em>). F\u00fcr mehr siehe den RaT-Forschungsschwerpunkt Transformationen von Religion und Philosophie in der Globalen Moderne.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Aristoteles, <em>Physik<\/em>, I, 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <em>Liddell&amp;Scott<\/em>, p. 1114.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u201emetamorphosis\u201c wird in Bezug auf Christus im Deutschen in der Regel als \u201eVerkl\u00e4rung\u201c \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> im Sinne der Umwandlung von Stoffen (in der Alchemie), z.B.: \u201ewiewol dieselbig transformation nicht magice geschehen war\u201c (so Paracelsus 1616), und im Sinne von Metamorphose: \u201ewie der b\u00f6sz t\u00fcffel in ein engel des liechts und die unwarheit in schin der warheit transformieret und verstaltet\u201c (Murner), \u201ewie die sch\u00f6n Germania durch arge list und zauberey ist zur b\u00e4pst eselin transformiert worden\u201c (Gengenbach), \u201eez sprichet Paulus: wir werden alzem\u00e2le transformieret in got unde verwandelt\u201c (Meister Eckhart). Siehe <em>Grimm<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Auch die Mathematik verwendet zu dieser Zeit den Begriff \u201eTransformation\u201c bereits, siehe <em>Grimm<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Siehe Faix\/St\u00e4ngle, <em>Transformation<\/em>, p. 11.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0Siehe z.B. Rothgangl\/Bayrhuber, <em>Allgemeine Fachdidaktik<\/em> (p. 165, 167); dort wird \u201eTransformation\u201c in einem in der Didaktik \u00fcblichen Sinn verwendet.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Siehe Leibfried\/Huber\/Lange\/Levy\/Nullmeier\/Stephens, <em>Transformations of the States<\/em>, Part IV.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Siehe Kollmorgen\/Brunn\/Ettrich\/Fahlbusch\/Spreckelsen\/Thumfart, <em>Transformation und Europ\u00e4isierung<\/em>; Kollmorgen\/Merkel\/Wagener, <em>Handbuch Transformationsforschung<\/em> und Leibfried\/Huber\/Lange\/Levy\/Nullmeier\/Stephens, <em>Transformations of the States<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Siehe z.B. Lienemann-Perrin\/Lienemann, <em>Kirche und \u00d6ffentlichkeit<\/em>. Untersucht werden einerseits die Bedeutung von Kirchen (und fallweise zum Vergleich auch des Islam) f\u00fcr das \u00f6ffentliche Leben, andererseits ihr theologisches Selbstverst\u00e4ndnis in S\u00fcdafrika, Mosambik, Brasilien, S\u00fcdkorea, Philippinen und Indonesien, wo in den 1970er bis 1990er Jahren ein Wechsel von einem autorit\u00e4ren zu einem demokratischen politischen System stattgefunden hat.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u201eWird etwa st\u00e4rker von Karl Polanyi ausgegangen, dann \u00fcberwiegen Institutionenperspektive und Gesellschaftsvertrag, wird eher von Antonio Gramsci ausgegangen, dann Interessenkonstellationen und Prozessperspektive.\u201c (Thomas, <em>Transformation und Regionalisierung<\/em>, p. 281)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> auf neoliberal pr\u00e4formierte wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbauprozesse, historische Z\u00e4suren wie den \u00dcbergang zum Sozialismus, den New Deal in den USA, K\u00fcnstlerbewegungen im Rahmen der 68-er Proteste,\u2026 (siehe Thomas, <em>Im Schatten der Gro\u00dfen Transformation<\/em>, pp. 17\u201318)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0Siehe z.B. Brie, <em>Definitionen<\/em>, pp. 114\u2013115.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Siehe z.B. Turowski, <em>Diskurs \u00fcber Transformation<\/em>, p. 96.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Z.B.: \u201e[S]o w\u00e4re die Aufgabe von Gesellschaftstransformation: Formen der Wechselwirkung im Sinne eines biblischen, ganzheitlichen Heils zu erm\u00f6glichen und zu f\u00f6rdern.\u201c (K\u00fcnkler, <em>Gesellschaftstransformation<\/em>, p. 115)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u201e[K]ritische Transformation [zielt] auf einen \u201aepochalen Bruch\u2018 menschlicher, gesellschaftlicher Entwicklung, der die Moderne \u2013 als Entwicklung, die \u00fcber den Kapitalismus hinausgreift, durch diesen aber wesentlich gepr\u00e4gt wurde und wird \u2013 selbst \u201averabschiedet\u2018.\u201c (Thomas, <em>Im Schatten der Gro\u00dfen Transformation<\/em>, p. 15)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Thomas, <em>Transformation und Regionalisierung<\/em>, p. 281<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Thomas, <em>Transformation und Regionalisierung<\/em>, p. 281<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Zur Geschichte des Transformationsbegriffs in den Sozialwissenschaften siehe zB Thomas, <em>Transformation und Regionalisierung<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> M\u00fcndliche Feststellung von Thomas Poiss. (Nur g\u00f6ttliche Personen verwandeln sich \u00fcbrigens nicht.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Langer, <em>Der geteilte Mensch<\/em>, p. 187.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Langer, <em>Der geteilte Mensch<\/em>, p. 191.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Langer, <em>Der geteilte Mensch<\/em>, p. 192.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Langer, <em>Der geteilte Mensch<\/em>, p. 193.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> F\u00fcr mehr siehe die RaT-Forschungsschwerpunkte \u201eTransformation im urbanen Raum: Migration und Religion\u201c, \u201eReligion und Transformation in \u00d6sterreich\u201c und \u201eSoteriologische Transformationen: Millenarismus\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> H\u00f6dl, <em>Aladura<\/em>, p. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> H\u00f6dl, <em>Aladura<\/em>, p. 56.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> H\u00f6dl, <em>Aladura<\/em>, p. 42.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Gelegentlich kommt es auch vor, dass \u201eTransformation\u201c \u00fcber eine Konjunktion mit einem verwandten Begriff und so von ihm eigentlich unterschieden wird: \u201eFor social movement studies, it has become almost self-evident that individuals and networks engaged in political, social and cultural conflicts lobby for social change. The primary goal of progressive protests and social movements is change and transformation [\u2026]; for right-wing groups it is undoing change [\u2026].\u201d (Rosenberger, <em>Political Protest<\/em>, p. 12)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Lohlker, <em>Collective Organizers<\/em>, p. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Lohlker, <em>Geschichtstheologie<\/em>, p. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Rosenberger, <em>Political Protest<\/em>, p. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Hammer, <em>\u00d6ffentliche Religionen<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Potz, <em>Religi\u00f6se Pluralisierung<\/em>, p. 151.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> H\u00f6dl\/Pock\/Schweighofer, <em>Christliche Rituale<\/em>, p. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Grohmann, <em>Transformationen der Hebr\u00e4ischen Bibel<\/em>, p. 16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Grohmann, <em>Sexuelle Gewalt<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Deibl, <em>Vom Namen Gottes<\/em>, p. 116.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Appel, <em>Rosminis Diagnose<\/em>, p. 36. Appel spricht von den M\u00f6glichkeiten, aber auch von den Grenzen einer solchen Transformation der Kritik. Die Grenzen sieht er darin, dass sie \u201ein letzter Konsequenz die Heiligkeit, die Liebe und die Demut des Vorbildes voraussetzen w\u00fcrde.\u201c (Appel, <em>Rosminis Diagnose<\/em>, p. 36) Die Transformation einer Kritik in eine Kritik unter anderen Umst\u00e4nden kann also \u2013 in diesem Fall \u2013 nicht unabh\u00e4ngig davon gesehen, wer der \u00c4u\u00dferer der Kritik ist; Transformation w\u00e4re dann personenindiziert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Appel, <em>Text als Subjekt<\/em>, p. 43.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Appel, <em>Preis des Gebets<\/em>, p. 218.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Rei\u00dfig, <em>Gesellschaftstransformation<\/em>, p. 42.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Thomas, <em>Im Schatten der Gro\u00dfen Transformation<\/em>, p. 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Gemeint w\u00e4re als ein rhetorischer Begriff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Gemeint ist dieser Ausdruck hier nat\u00fcrlich nicht im christlich-theologischen Sinn, sondern als Ver\u00e4nderung der Substanz.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Danz, <em>Realisierung des religi\u00f6sen Heils<\/em>, p. 46.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> W\u00fcrde man von \u201eVer\u00e4nderung\u201c sprechen, blieben diese Optionen vielleicht mehr offen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Appel, <em>Religion und Zivilgesellschaft<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Siehe den RaT-Forschungsschwerpunkt \u00c4sthetische und normative Transformationen religi\u00f6ser Texte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Nachdenkenswert ist vielleicht, dass Religion ihre Transformationen mehr zu integrieren scheint als Geschichte es sonst tut bzw. in der Lage ist. (Geschichtsauffassungen, wie z.B. in der Philosophie Hegels, die das auch versuchen, haben starke Affinit\u00e4ten zu Religion.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Deibl, <em>Kenosis des Absoluten<\/em>, p. 37.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Deibl, <em>Kenosis des Absoluten<\/em>, p. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Siehe den RaT-Forschungsschwerpunkt \u201eReligi\u00f6se Bildung im Kontext von Transformationsprozessen\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Siehe etwa Rothgangel\/Schelander, <em>Sch\u00fcler\/in.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Rotgangel, <em>Didaktische Strukturen<\/em>, p. 80\u201381.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Lehner-Hartmann, <em>Dem Widerst\u00e4ndigen Raum geben<\/em>, p. 169.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Lehner-Hartmann, <em>Dem Widerst\u00e4ndigen Raum geben<\/em>, p. 169.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Rothgangel, <em>Didaktische Strukturen<\/em>, p. 90.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Siehe den RaT-Forschungsschwerpunkt Soteriologische Transformationen: Millenarismus.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Mit \u201eMillenarismus\u201c sei hier immer ein religi\u00f6ser Millenarismus gemeint.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Zum Millenarismus\u00a0 und seinen\u00a0 Einfluss\u00a0 in Ostasien\u00a0 siehe\u00a0 Pokorny, <em>Millenarian Myth Ethnocentrized<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Pokorny, <em>Millenarian Retrospects and Prospects<\/em>, p. 127.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bildquelle: Pixabay\/Foto Riet<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rat-Blog Nr. 12\/2020<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gro\u00dfer inhaltlicher R\u00fcckblick auf 10 Jahre RaT. 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